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Auch am 65. Geburtstag steht Niki Pilic auf dem Platz

Den Tennis-Schläger lässt er auch nicht an dem Tag in der Ecke stehen, an dem andere Menschen den sehnlichst erwarteten Eintritt in den Ruhestand erreichen.

dpa BERLIN. Den Tennis-Schläger lässt er auch nicht an dem Tag in der Ecke stehen, an dem andere Menschen den sehnlichst erwarteten Eintritt in den Ruhestand erreichen.

Der ehemalige deutsche Daviscup-Kapitän Niki Pilic wird 65 Jahre alt, doch feiern möchte er nur im kleinen Kreis. "Am Freitag spiele ich Tennis. Das wird ein ganz normaler Arbeitstag mit ein bisschen Gemütlichkeit", sagt Pilic, der im Münchner Norden eine Tennis-Akademie betreibt.

Die goldene Zeit des deutschen Herren-Tennis und der Gewinn des Daviscups in den Jahren 1988, 1989 und 1993 sind untrennbar mit Pilic verbunden, dem "Preußen vom Balkan", der sich neben seiner Akademie in Oberschleißheim auch noch als Kapitän um das kroatische Daviscup-Team kümmert - möglicherweise aber nicht mehr lange. "43 Jahre als Spieler und Kapitän sind genug", sagt Pilic, der in der Anfangszeit der Profi-Vereinigung ATP Ende der sechziger Jahre zu deren Wortführern zählte. Sein jetziges Kapitäns-Amt würde er gern an Wimbledonsieger Goran Ivanisevic übergeben.

Bei den Olympischen Spielen in Athen wäre es im Doppel-Endspiel beinahe zum Finale zwischen seinen Schützlingen Mario Ancic und Ivan Ljubicic mit Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler gekommen, doch die Kroaten zogen im Halbfinale den Kürzeren gegen die Chilenen Nicolas Massu und Fernando Gonzalez und trösteten sich und Pilic am Ende nach einem fast vierstündigen Nacht-Match mit Bronze. Beim Spiel um den Verbleib in der Weltgruppe gegen Belgien Ende September wird er in Rijeka noch auf der Bank sitzen - so wie früher bei Boris Becker, Michael Stich, Carl-Uwe Steeb, Eric Jelen oder Patrik Kühnen.

"Ich bin für diese Zeit heute noch äußerst dankbar", sagt der jetzige Daviscup-Teamchef Kühnen. "Niki war ein harter Hund mit großem Herz und immer einer von uns." Sogar als "sehr resolut und der Peitsche zugetan" beschrieb Becker in seiner Biografie den hoch aufgeschossenen Pilic, der 1991 einige Monate lang auch sein privater Trainer war. "Er lebt und liebt Tennis, deswegen hat er Erfolg gehabt. Er hat es verstanden, aus Individualisten eine Mannschaft zu formen", sagt Kühnen. Pilic sei immer für die Spieler da gewesen, lobt der einstige Doppel-Spezialist.

Kühnen will mit Kiefer, Schüttler und Thomas Haas Ende September in der Slowakei die sofortige Rückkehr in die Weltgruppe schaffen. "Das ist ein sehr schweres Match und sehr offen", meint Pilic, der eine Lanze für die jetzige Generation bricht. "Sie ist solide, man braucht nicht zu jammern. Es ist unmöglich, sie mit Becker und Stich zu vergleichen, solche Spieler kommen vielleicht in 300 Jahren wieder."

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