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Auch am Wrack der zweiten Tupolew Sprengstoff-Spuren

Vier Tage nach dem Absturz von zwei russischen Passagierflugzeugen mit insgesamt 90 Toten haben Ermittler auch am zweiten Flugzeugwrack den Fund von Sprengstoff bestätigt.

dpa MOSKAU. Vier Tage nach dem Absturz von zwei russischen Passagierflugzeugen mit insgesamt 90 Toten haben Ermittler auch am zweiten Flugzeugwrack den Fund von Sprengstoff bestätigt.

In den Trümmern der bei Tula entdeckten Tupolew-134 seien Spuren von Hexogen ermittelt worden, teilte der Inlandsgeheimdienst FSB am Samstag in Moskau mit. Zahlreiche Hinweise deuten darauf hin, dass Selbstmordattentäterinnen aus Tschetschenien an Bord beider Flugzeuge Bomben zündeten. In der Konfliktrepublik wird am Sonntag ein neuer Präsident gewählt.

In den südrussischen Städten Sotschi und Wolgograd, den Zielorten der beiden abgestürzten Flugzeuge, trugen Angehörige am Samstag die ersten Toten zu Grabe. Die Behörden korrigierten die Zahl der Todesopfer. Demnach waren an Bord der größeren Tu-154 insgesamt 46 Menschen und an Bord der Tu-134 44 Menschen. Zunächst war von 43 Personen an Bord des kleineren Flugzeug die Rede gewesen.

In beiden Maschinen flog je eine tschetschenische Frau, die sich nach vorläufigen Erkenntnissen auf dem Flug in die Luft sprengte. Die beiden mutmaßlichen Selbstmord-Attentäterinnen sind die einzigen Passagiere, nach denen sich bislang kein Angehöriger erkundigt hat.

Die mutmaßliche Attentäterin in der Tu-154 habe möglicherweise ihren Bruder rächen wollen, der vor drei Jahren von russischen Soldaten in Tschetschenien entführt wurde und seitdem vermisst sei. Das schreibt die Tageszeitung "Iswestija" unter Berufung auf Nachbarn der Tschetschenin.

Russische Medien berichteten, auf einer islamistischen Internet-Seite habe ein Terrorkommando mit der Bezeichnung "Islambuli-Brigade von El Kaida" die Verantwortung für die Abstürze übernommen. Trotz des Terroranschlags will Bundeskanzler Gerhard Schröder am Montag zu einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin und Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac nach Sotschi reisen.

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