Auch an der Börse zentrales Thema
Neue Energien entzünden Phantasie

Beim Megatrend "neue Energien" laufen Anleger zunächst kaum Gefahr, in die nächste spekulative Blase zu investieren. Alternative Energien werden ihren Siegeszug fortsetzen, wenn der weltweite Energiebedarf zu vernünftigen Preisen gedeckt und gleichzeitig der Umweltschutz gefördert werden soll.

HB FRANKFURT/M. Der weltweiten Börsenbaisse konnten sich auch Aktien von Unternehmen nicht entziehen, die sich mit der Erforschung oder der Erzeugung alternativer Energien beschäftigen. Einige dieser Aktien - wie die Titel der Hersteller von Solaranlagen, von Windkraftwerken und von Brennstoffzellen - hatten im Zuge der globalen Technologie-Hausse in den Vorjahren astronomische Höhen erreicht, bevor es in der jüngsten Baisse mit den Kursen wieder steil bergab ging.

Jetzt allerdings haben viele dieser Titel an der Börse wieder ein Niveau erreicht, das von Analysten mittelfristig als attraktiv eingestuft wird. Dabei wird darauf verwiesen, dass die Weltwirtschaft nach Überwinden der derzeitigen Flaute längerfristig nur dann ungestört weiter wachsen kann, wenn die Energieversorgung zu günstigen Preisen sichergestellt werden kann. Im Zeitalter der digitalen Ökonomie ist die Verfügbarkeit billiger und zugleich umweltschonender Energie nach Ansicht von Ludger Peters, geschäftsführender Direktor von Montgomery Asset Management, zu einem zentralen Thema geworden.

"Die nächste Revolution findet im Energiesektor statt", sagt Peters in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Das System der "alten Energieversorgung" habe seine Grundlage in der "alten Ökonomie" gehabt. Es sei teuer, unwirtschaftlich und umweltzerstörend gewesen. Die moderne Wirtschaft stelle jedoch andere Anforderungen an die Energieproduzenten. Der sich derzeit bereits konkret abzeichnende Megatrend werde durch unterschiedliche Kräfte angetrieben.

Deregulierung in Industrieländern

Peters verweist in diesem Zusammenhang auf die Deregulierung der Energieversorger in den Industrieländern, auf die Entwicklung neuer Technologien, auf die aus dem Umweltschutz an die Energieproduzenten resultierenden Anforderungen und auf den zunehmenden Wettbewerb unter den einzelnen Energieträgern. Im Zeitalter der Digital-Ökonomie könne sich heute keine der führenden Volkswirtschaften mehr Stromausfälle leisten. Das Electric Power Research Institute (EPRI) in den USA hat errechnet, dass der US-Wirtschaft durch Stromausfälle in jedem Jahr ein Schaden von mehr als 30 Mrd. Dollar entsteht.

Die Dezentralisierung der Stromlieferung weg vom Stromnetz der großen Versorger hin zu kleineren Stromproduktionseinheiten sei dabei ein wichtiges Thema. Für die in diesem Zusammenhang vor allem in den USA entwickelten neuen Technologien und Produkte gebe es in der gesamten Welt ein riesiges Nachfrage-Potenzial, sagt Peters. Zudem hätten technologische Fortschritte die Produktion von kleineren Gas-Turbinen wirtschaftlich interessant werden lassen.

Alternative erneuerbare Energien wie Windkraft und Sonnenenergie und auch Geothermie (Erdwärme) seien auf Grund technologischer Fortschritte in den vergangenen Jahren immer effizienter geworden. Darüber hinaus wird auf vielen Ebenen mit Nachdruck an der Entwicklung von Brennstoffzellen als Energieträger gearbeitet.

Die Zukunft der Brennstoffzellen

Die im Energieträger Brennstoffzelle liegende Phantasie hatte in der Vergangenheit nicht nur Aktien wie Ballard Power Fuel Cell Technology, Millennium Cell und H Power, sondern auch einige Automobilaktien zeitweise in den Vordergrund gerückt. Denn Brennstoffzellen gelten als eine der künftigen Energiequellen für Automobile. Diese Phantasie hatte zuletzt jedoch einen kräftigen Dämpfer erhalten, nachdem aus Aussagen der Branche deutlich wurde, dass der große Durchbruch auf diesem Gebiet noch für längere Zeit auf sich warten lassen wird.

Viele der sich mit dem Brennstoffzellen-Antrieb für Automobile beschäftigenden Firmen werden wohl erst in zehn Jahren die Gewinnzone erreichen", sagt Hans Jürgen Klisch vom US Raymond James & Associates. -Finanzhaus Unter ökonomischen Aspekten sei der stationäre Einsatz von Brennstoffzellen (z.B. in Minikraftwerken für Häuserkomplexe oder bei der Produktion moderner Batterien und Akkus) wesentlich rascher realisierbar.

Für Ludger Peters sind einige Aktien des Bereichs "New Power" nach der jüngsten Kursschwäche interessante Investments. Da die USA auf vielen Gebieten der Energieforschung führend seien, dürften hier auch die größten Chancen liegen. Ausdrücklich nennt Peters Ballard Power Capstone Turbines, Active Power und Artesyn Technology als Kaufkandidaten.

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