Auch an Rhein und Ruhr verliert die SPD dramatisch
Panikstimmung in der roten Hochburg

Die Genossen an Rhein und Ruhr wollten die Europawahl als Mobilisierungsaktion für die Kommunalwahlen im September nutzen. Doch der Erfolg blieb aus. Die Sozialdemokraten verloren auch beim „Heimspiel" dramatisch.

DÜSSELDORF. Die Hiobsbotschaften für die SPD bestanden aus schlichten Zahlen, und sie trafen am Wahlabend aus allen Winkeln Nordrhein-Westfalens ein. Auf der Homepage der Stadt Essen zog der schwarze Balken bereits früh nach der ersten Hochrechnung am roten vorbei und blieb erst bei 38 Prozent stehen - acht Prozentpunkte Vorsprung. In Dortmund dauerte es zwar erheblich länger, aber selbst dort hatte die CDU schließlich die Sozialdemokraten knapp überrundet - mit 33,4 Prozent.

Dass in diesen beiden roten Hochburgen die CDU vorn liegt, ist ein Novum. Selbst in Arbeiterstädten wie Recklinghausen, Herten oder Bottrop behaupte sich bei der Europawahl die Union, in etlichen anderen liegt sie zumindest gleichauf mit der Konkurrenz. In Münster, Aachen und Bonn ist die SPD erstmals gar zur drittstärksten Kraft herabgesunken - fast bei oder nur wenig über 20 Prozent. Die Grünen hingegen rangieren eng davor und sitzen den Sozialdemokraten selbst in Köln mit 23,6 Prozent unmittelbar im Nacken. Nirgendwo blieben die Grünen unter fünf Prozent. In der Stadt Bergkamen, die vom Steinkohlebergbau gezeichnet ist und zum Landtagswahlkreis des NRW-Ministerpräsidenten Peer Steinbrück (SPD) gehört, setzte sich die SPD zwar mit 42 Prozent an die Spitze, büßte aber gegenüber der letzten Wahl 16 Prozentpunkte ein.

Eigentlich wollten die Sozialdemokraten an Rhein und Ruhr die Europawahl als Mobilisierungsaktion für die Kommunalwahlen im September nutzen. Doch der Erfolg blieb aus. Landesweit schrumpfte die SPD auf 25,7 Prozent, während die CDU auf fast 45 Prozent kam. Grüne und FDP verzeichneten mit 12,6 beziehungsweise 7,5 Prozent erhebliche Zuwächse. Ministerpräsident Peer Steinbrück spricht von einem "grottenschlechten Ergebnis", SPD-Fraktionschef Edgar Moron forderte "personelle Konsequenzen", ohne jedoch Namen zu nennen, SPD-Landeschef Harald Schartau, der zugleich Wirtschafts- und Arbeitsminister in Düsseldorf ist, sieht "wackelndes Gebälk".

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