Auch an Schwellenbörsen und bei Rohstoffen locken werthaltige Aktien
Das exotische Fonds-ABC beginnt mit Afrika

Die Renaissance der Value-Aktien ist in vollem Gange - an den Börsen der meisten Industrieländer. Nicht an den Märkten in Afrika. Obwohl es dort die billigsten Aktien der Welt gibt, wie die Londoner Anlagefirma Blakeney International behauptet. Selbst wenn es stimmt: Wen reizt ein Kontinent, der von Bürgerkriegen zerfressen und von Korruption beherrscht wird? Die Briten sind trotz negativer Afrika-Presse überzeugt: Sie managen einen - in Deutschland nicht angebotenen - Afrikafonds mit einer durchschnittlichen Kurs/Gewinn-Verhältnis von sieben.

ina FRANKFURT/M. Blakeney beharrt darauf, dass die Wirklichkeit auf dem Kontinent anders aussieht als die von Medien vermittelte Realität. Die Argumente jenseits der Bewertung: ein stärkeres Wachstum der Firmengewinne in den letzten sieben Jahren als in USA; keine Abhängigkeit der Kursentwicklung vom Geschehen an den etablierten Börsen; totale Vernachlässigung durch die internationalen Investoren. Blakeney setzt vor allem auf die Sektoren Technologie und Banken. Länderschwerpunkte sind Ägypten, Marokko, Nigeria, Simbabwe und Namibia.

Mutige deutsche Anleger haben es schwer mit dem Einstieg in Afrika. Nur zwei Aktienfonds von UBS und Merrill Lynch werden angeboten. Aber sowohl der Equity Fund South Africa (Kennnummer 970 166) als auch der African Fund (989 292) sind stark auf Südafrika konzentriert, ein Land mit Sonderstellung.

>>Tabelle Afrikafonds

Völlig unpopulär sind auch Aktien aus Basis-Rohstoffbereichen wie Kupfer und Aluminium oder Gold. Niedrige Bewertungen helfen nicht, denn die Kursentwicklungen enttäuschen - von jüngsten Kurszuckungen einmal abgesehen (Grafik). Besonders Gold stellt die Nerven seiner ehemaligen Fans mit einer schon 20 Jahren dauernden Preisbaisse auf die Probe. Das hat Spuren hinterlassen.

Geringe Auswahl an Goldfonds

Es gibt nur noch wenige Fonds, die in Aktien der Minengesellschaften investieren. Research ist ebenfalls kaum noch verfügbar. Als einer der wenigen freien Analysten hat Bruno Bandulet durchgehalten, der aus Bad Kissingen heraus die Gold-Fans mit seinem Börsenbrief versorgt. Im Internet gibt es noch die eine oder andere Adresse mit interessantem Datenmaterial, zum Beispiel www.eaglewing.research.

>>Tabelle Goldfonds

Unter den großen Investmentgesellschaften bieten nur noch die Deutsche-Bank-Firma DWS und Merrill Lynch Produkte für beide Anlagebereiche an. Graham Birch aus dem US-Investmenthaus hofft auf steigendes Anlegerinteresse in der Zukunft. Der ausgebildete Geologe betreut derzeit nur noch jeweils rund 30 Mill. $ im Bergbaufonds World Mining Fund (986 932) bzw. im goldorientierten World Gold & Mining Fund (974 119).

Argumente für die Aktien aus dem Bergbausektor sind neben niedrigen Bewertungen und hohen Dividendenrenditen die Produktionsengpässe in den USA sowie Fusionsanstrengungen in der Branche. Bei den Goldminenwerten setzt Merrill darauf, dass mehrere Belastungsfaktoren aus der Vergangenheit an Einfluss verlieren: etwa die Abgaben der Notenbanken oder die Terminverkäufe der Hedge Funds.

>>Tabelle Rohstofffonds

Als vierte unpopuläre Anlageidee mit Value-Reiz präsentieren sich die asiatischen Schwellenbörsen. Auch hier kommen die Kurse kaum vom Fleck. Den Börsianern steckt noch die Fernostkrise vor drei Jahren in den Knochen. Dazu kommen Hiobsbotschaften über Geiselnahmen auf den Philippinen oder bürgerkriegsähnliche Zustände auf den indonesischen Inseln.

>>Tabelle Pazifikfonds

Doch die Lage scheint besser als manche glauben. Nicht nur der renommierte Querdenker Marc Faber in Hongkong wirft ein Auge auf die krisengeplagten Börsen in Manila, Kuala Lumpur oder Taipeh (s. Handelsblatt vom 7.2.). Die britische Fondsgesellschaft Barings trommelt jetzt massiv zum Einstieg an den Emerging Markets in Fernost, etwa Korea und Taiwan. Sie pocht auf kräftiges Wachstum der Firmengewinne und das möglicherweise wieder aufflammende Interesse internationaler Großinvestoren.

Auch deutsche Investmentgesellschaften zeigen Engagement. Die Dresdner-Bank-Tochter DIT wittert hervorragende Gelegenheiten, ebenso die Sparkassen-Gesellschaft Deka. Als interessante Fonds für Asien mit bester Zwölfmonats-Performance weist die Statistik der Fondsspezialisten von Feri Trust allerdings den Newport Tiger Fund (974 726) der britischen Liberty Newport und den Asia Pacific Fund (986 091) der japanischen Nikko aus.

In Japan zeichnet sich keine Wende ab

Noch größere Risikobereitschaft verlangt möglicherweise ein Engagement am ebenfalls unpopulären Tokioter Markt. Der Abwärtstrend scheint ungebrochen, das Nachdenken über Werthaltigkeit verfrüht. Wer sich dennoch auf das rutschige Tokioter Parkett wagen will, greift beispielsweise auf den Japan Stock Fund von Julius Bär (972 686) oder den Japan Megatrend von Credit Suisse (974 286) zurück.

>>Tabelle Japanfonds

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