Auch B-Probe positiv
Europameister Chambers war gedopt

Sprint-Europameister Dwain Chambers muss eine zweijährige Wettkampfsperre und sogar einen lebenslangen Olympia-Bann befürchten. Der 25 Jahre alte Brite wurde am Freitag als erster Sportler in der weltweiten Doping-Affäre um das neue anabole Steroid Tetrahydrogestrinon (THG) suspendiert.

HB LONDON. Der britische Leichtathletik-Verband (UK Athletics) sprach die Wettkampfsperre aus, nachdem auch die B-Probe des 25-Jährigen einen positiven Befund ergeben hatte. Der WM-Vierte über 100 m war am 1. August beim Training am Olympia- Stützpunkt Saarbrücken kontrolliert worden.

Chambers hat allerdings bestritten, wissentlich mit THG gedopt zu haben und nannte Nahrungsergänzungsmittel als mögliche Ursache für den positiven Urintest. Der 100-m-Europameister von München 2002 war der erste Nicht-Amerikaner, der in den von den USA ausgehenden Doping-Skandal um THG verwickelt ist.

Auch Mittelstreckenläuferin Regina Jacobs, Kugelstoßer Kevin Toth und Hammerwerfer John McEwen (alle USA) sollen bei den US- Meisterschaften im Juni im kalifornischen Stanford positiv auf die neue Designerdroge getestet worden sein. Ihnen droht beim gleichen Ergebnis in der B-Probe eine zweijährige Sperre.

Chambers hat jedoch zunächst eine 28-tägige Erklärungsfrist, um den britischen Verband bei einer Anhörung von seiner Unschuld zu überzeugen. Kann er jedoch keine plausiblen Argumente für seine Unschuld vorbringen, muss der Weltklassesprinter mit einer Mindestsperre von zwei Jahren rechnen.

Lamine Diack, der Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, hatte sich kürzlich sogar für eine Vier-Jahres-Sperre von Dopingsündern ausgesprochen. Nach britischem Recht dürfte Chambers sogar nie mehr an Olympischen Spielen teilnehmen. Wird er auf Empfehlung der IAAF von UK Athletics gesperrt, bleibt dem Briten als letzte Instanz der Hoffnung nur noch der Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne.

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