Auch bei fest verzinslichen Wertpapieren lässt sich der Anlageerfolg mit der richtigen Strategie optimieren
Zinsgarantie statt Börsenfieber

Konservative Anleger befinden sich derzeit auf der Überholspur. Die alte Börsenweisheit "Aktien schlagen Anleihen" ist ins Wanken geraten, und fest verzinsliche Wertpapiere erleben derzeit ein Revival.

ap HAMBURG. Konservative Anleger befinden sich derzeit auf der Überholspur. Die alte Börsenweisheit "Aktien schlagen Anleihen" ist ins Wanken geraten, und fest verzinsliche Wertpapiere erleben derzeit ein Revival. Während der Dax im vergangenen Jahr sieben Prozent einbüßte und der Nemax 50 seit seinem Höchststand um 80 % abstürzte, konnte man mit Bundesanleihen immerhin sieben Prozent verdienen.

Als Risiko gelten zwar Zinsschwankungen. Doch mit der richtigen Strategie kann der Anleger auch in turbulenten Zeiten das Beste aus fest verzinslichen Anlagen herausholen.

Welche Strategien sich bei Bundesanleihen empfehlen, hat die Zeitschrift "Finanztest" der Stiftung Warentest untersucht. Sie empfiehlt Anlegern, sich zunächst einen Überblick über mögliche Zinsentwicklungen zu verschaffen. Indiz dafür ist die so genannte Zinsstrukturkurve. Verläuft sie normal, werden für kurzfristige Anlagen weniger Zinsen gezahlt als für langfristige. Ist es umgekehrt, spricht man von inverser Zinsentwicklung, und bei einem flachem Verlauf gibt es für alle Laufzeiten etwa gleich hohe Zinsen.

Anlegern, die auf steigende Zinsen spekulieren, raten die Warentester zu Anleihen mit kurzer Laufzeit. Wer sinkende Zinsen erwartet, sollte hingegen in langfristige Anlagen investieren. Geht der Zins nämlich um einen Prozentpunkt nach unten, steigt der Kurs bei einjährigen Anleihen nur um rund ein Prozent, während zehnjährige Anleihen um acht Prozent zulegen. Wer gar nicht spekulieren will, der sollte möglichst viele Laufzeiten mischen, da mit jedem Tag die Laufzeit des Depots und damit die Zinsempfindlichkeit abnimmt.

Verschiedene Laufzeiten mischen

Als geeignetes Rezept zur Aufbesserung der Rente empfiehlt die Stiftung Warentest ein Depot, das gegen Zinsschwankungen immun ist. Dabei stellt sich der Anleger ein Portfolio aus fünf verschiedenen Laufzeiten mit zwei, vier, sechs, acht und zehn Jahren zusammen. Wer mindestens sechsstellige Summen investieren will, der sollte sich ein Depot aus allen Laufzeiten zwischen einem und zehn Jahren zusammenstellen. Es enthält zehn Einzelwerte, in jedem Jahr kommt ein zehnjähriges Papier hinzu. Damit, so die Experten, profitiere der Anleger immer, egal wie sich die Zinsen entwickeln.

Das Angebot an Bundeswertpapiere beinhaltet neben Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit, auch Bundesobligationen (Laufzeit: fünfeinhalb Jahre), Bundesschatzanweisungen (Laufzeit: zwei Jahre), Finanzierungsschätze (Laufzeit: ein und zwei Jahre) und Bundesschatzbriefe (Laufzeiten sechs beziehungsweise sieben Jahre). Besonderer Vorteil aller Papiere ist, dass sie bei der Bundesschuldenverwaltung kostenlos verwahrt werden können, während die meisten Banken dafür Gebühren verlangen.

Zur Vorsicht raten die Experten bei Zinspapieren von Banken oder Versicherungen. Sie bieten auf den ersten Blick zwar meist höhere Renditen, doch davon müssen die Kaufkosten noch abgezogen werden. Ist der Zins dann immer noch höher, lohnt sich der Kauf nach Ansicht der Experten aber nur, wenn sie bis zum Ende der Laufzeit gehalten werden. Verkauft der Anleger vorher, ist der Renditevorteil schnell dahin. Denn häufig bekommt er einen schlechten Kurs, da es für diese Papiere nur einen kleinen Markt gibt.

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