Auch Börsengang auf Eis gelegt
Kirch-Media und Pro Sieben Sat. 1 sagen Fusion ab

Die zur hoch verschuldeten Kirch-Gruppe gehörende Kirch-Media und ihre Tochtergesellschaft Pro Sieben Sat.1 Media AG haben ihre ursprünglich für den Sommer 2002 geplante Fusion endgültig abgesagt.

Reuters MÜNCHEN. Die Unternehmen seien gemeinsam zu der Auffassung gekommen, dass eine Fusion im derzeitigen Marktumfeld und wegen der Situation der Kirch-Gruppe auf absehbare Zeit nicht zu machen sei, erklärte die Senderfamilie Pro Sieben Sat.1 am Mittwoch in einer Ad-hoc-Mitteilung. Es werde geprüft, inwieweit sich die geplanten Einsparpotenziale trotz der Absage der Fusion durch eine engere Kooperation realisieren ließen. Mit der Entscheidung sei auch ein Börsengang der Kirch-Media zunächst auf Eis gelegt, sagte ein Kirch-Sprecher.

Kirch-Media, in der die Filmproduktion und der Rechtehandel der Kirch-Gruppe gebündelt ist, und Pro Sieben Sat.1 hatten ihre Fusion im September 2001 angekündigt. Vor wenigen Wochen wurde sie aber wegen der finanziell unsicheren Lage der Kirch-Gruppe auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Münchener Medienkonzern kämpft mit einem Schuldenberg von mindestens 6,5 Milliarden Euro und verhandelt derzeit mit Gläubigerbanken über eine Sanierung und die Rettung des Kerngeschäfts. Kirch-Media hält an Pro Sieben Sat.1 bereits 52 Prozent.

Durch die Verschmelzung der Kirch-Media auf ihre börsennotierte Tochter wollte die Kirch-Gruppe eigentlich den Börsengang für ihr profitables Kerngeschäft realisieren, den der Münchener Medienkonzern den KirchMedia-Gesellschaftern zum Teil vertraglich zugesichert hat. Die Investoren seien von der Entscheidung informiert worden, sagte der Kirch-Sprecher. Zu Einzelheiten der Verträge mit den Gesellschaftern wollte er sich nicht äußern. Unklar bleibt somit, welche Optionen die Anteilseigner haben, wenn ein Börsengang nicht stattfindet. An der KirchMedia halten unter anderem der italienische Medienkonzern Mediaset, die News Corp von Unternehmer Rupert Murdoch, die Finanzinvestoren Lehman Brothers und Capital Research Anteile zwischen zwei und drei Prozent.

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