Auch British Airways baut offenbar zusätzliche Stellen ab
US-Fluglinien wollen mehr als 76 000 Stellen streichen

Die Fluggesellschaften American Airlines und United Airlines UAL haben am Mittwoch mit Hinweis auf die Einbußen als Folge der Anschläge in den USA massive Stellenstreichungen angekündigt und damit die Zahl der in der Branche verloren gehenden Arbeitsplätze auf mehr als 76 000 erhöht. US-Fluggesellschaften warnten außerdem, sie könnten in Konkurs gehen, wenn sie von der Regierung keine finanzielle Hilfe erhielten. In Washington wird derzeit im Kongress ein Rettungsplan für die Fluggesellschaften geschnürt. Auch British Airways baut nach Medienberichten zusätzlich 5 000 Stellen ab.

Reuters CHICAGO/SINGAPUR/LONDON. Die weltweit größte Fluggesellschaft American Airlines kündigte am Mittwoch an, sie werde auf Grund des rückläufigen Flugverkehrs in Folge der Anschläge mindestens 20 000 Stellen streichen. Der Stellenabbau werde die Mitarbeiter der Fluggesellschaften American Airlines, American Eagle und TWA betreffen, teilte die Tochter der AMR Corp mit.

Die zweitgrößte US-Fluggesellschaft United Airlines teilte kurz danach mit, dass sie die "Beurlaubung" von etwa 20 000 Mitarbeitern plane. Die geplanten Freisetzungen würden alle Beschäftigtengruppen betreffen, hieß es. Bei United Airlines sind derzeit etwa 100 000 Menschen beschäftigt. Wegen der Krise in der Luftfahrtindustrie nach den Anschlägen in den USA hat auch der weltgrößte Flugzeughersteller Boeing einen massiven Stellenabbau angekündigt. Zwischen 20 000 und 30 000 der insgesamt 199 000 Mitarbeiter sollten wegen der rückläufigen Auftragslage bis Ende 2002 entlassen werden, teilte Boeing am Dienstag (Ortszeit) in Seattle mit. Bereits zuvor hatten US Airways und Continental Airlines die Streichung von 11 000 beziehungsweise 12 000 Stellen bekannt gegeben.

Die US-Regierung hatte den unter den wirtschaftlichen Folgen der Anschläge vom 11. September leidenden US-Fluglinien finanzielle Hilfen zugesagt. Er hoffe, dass der Plan mit Finanzhilfen Anfang nächster Woche fertig sei, um ihn dem Kongress vorlegen zu können, hatte Verkehrsminister Norman Mineta nach einem Treffen mit Vertretern von Fluggesellschaften am Dienstag in Washington gesagt. Flugkonzerne leiden durch Einschränkungen des Luftverkehrs und die Zurückhaltung von Kunden besonders stark unter den Anschlägen vom vergangenen Dienstag, bei dem gekaperte Flugzeuge auf das World Trade Center in New York und das US-Verteidungsministerium in Washington gestürzt waren. Die US-Luftfahrtbranche fordert Hilfen im Volumen von 24 Mrd. Dollar, die sich aus Bürgschaften, Steuererleichterungen und direkten Finanzhilfen zusammensetzen sollen. Nach Angaben der US-Luftfahrtbranche droht einigen Fluglinien ohne Hilfen der Regierung in einigen Tagen der Konkurs.

Auch British Airways baut zusätzliche Stellen ab

Nach Informationen der BBC will auch die größte europäische Fluglinie British Airways (BA) Tausende von Stellen streichen. Die Zahl der abgebauten Arbeitsplätze werde bei 5 000 liegen, berichtete der britische Sender am Donnerstagvormittag. Das werde das Unternehmen gegen 9.45 Uhr MESZ bekannt geben. Zuvor verlautete aus Branchenkreisen, dass BA Kapazitäten zurückfahren und einige Routen streichen werde. Eine Sprecherin von BA hatte die Berichte über Tausende von Stellenstreichungen indes zuletzt als "pure Spekulation" bezeichnet. Die Fluggesellschaft hatte bereits vor zwei Wochen die Streichung von 1 800 Stellen im laufenden Geschäftsjahr bekannt gegeben.

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