Auch Britney Spears soll kurz vor dem Burnout stehen
Feuer und Flamme

Das Burnout-Syndrom trifft immer mehr junge Leistungsträger. Jetzt gibt es erste Selbsthilfegruppen.

Die Vorurteile über Burnout-Erkrankte: alt, psychisch labil und überfordert im Job. Die Wahrheit: Sie sind immer jünger, hoch motiviert und zunächst sehr erfolgreich - wie jüngste Beispiele zeigen. Ski-Ass Sven Hannawald (29!) brach Rekorde, bevor er ausbrannte und nun in Behandlung ist. Sebastian Deisler (24!) galt als einer der Hoffnungsträger des deutschen Fußballs, bevor das Erschöpfungssyndrom auch ihn zu einem Rückzug zwang.

Sogar die amerikanische Popsängerin Britney Spears (22!) soll kurz vor dem Burnout stehen. Eines der unbekannteren Burnout-Opfer war Manager Alexander Tomiczek. Ganz harmlos fing es bei ihm an. Der smarte, dynamische Ex-Manager eines internationalen Konzerns wurde im Alter von 34 Jahren auf einmal schneller müde als sonst. Außerdem ließ seine Aufmerksamkeit nach. "Ich saß in Meetings, ohne mich auf das Gesprochene konzentrieren zu können", sagt der heute 39-Jährige. "Wenn ich was sagte, dachte ich: Hast du das jetzt schon mal gesagt?" Was so harmlos begann, endete drei Jahre später mit einem psychischen Zusammenbruch.

Vorurteile machten es Betroffenen bisher schwer, über ihre Probleme zu sprechen. Nun gibt es Abhilfe, zumindest für Menschen, die in den Regionen München oder Köln leben. Dort starten gerade die ersten Selbsthilfegruppen Deutschlands.

Wie groß die Not in Manageretagen und auch im Rest der Bevölkerung ist, spürt Tomiczek am Klingeln des eigenen Telefons. Seit vor wenigen Wochen eine Kölner Zeitung über die geplante Selbsthilfegruppe berichtete, steht sein Telefon nicht mehr still. "Ich muss dringend mit Ihnen sprechen! Jetzt sofort!" sagten viele Anrufer, berichtet Tomiczek, der nun mit seinem Unternehmen InSeb Privatpersonen berät und Vorträge und Seminare in Unternehmen hält. Und für die Kölner Selbsthilfegruppe, deren Initiator Tomiczek ist, hätten sich statt der erwarteten 20 Leute knapp 300 Menschen interessiert - viele davon Manager. Der Bedarf nach Gehör ist riesig, weil Burnout nach wie vor ein Tabu ist.

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