Auch das Duell der schlitzohrigen Trainerfüchse
Zwei Siege bis zur Unsterblichkeit

Griechenland liegt "Ottysseus" jetzt schon zu Füßen. Doch der Erfolgshunger der Hellenen-Auswahl und ihres deutschen Trainers ist noch immer nicht gestillt. Und so gehen die Tschechen zwar mit der eindeutigen Favoritenrolle, aber auch mit einer gehörigen Portion Respekt ins Halbfinale.

HB PORTO. "König", "Gott", "Zeus" - die Superlative für Griechenlands deutschen Erfolgstrainer Otto Rehhagel und seine Fußball-"Götter" bei ihrem unglaublichen Parforceritt durch die Europameisterschaft sind kaum noch steigerungsfähig. Doch den an der Grenze zur Hysterie wandelnden Hellenen werden weitere Wortschöpfungen einfallen, wenn das blau-weiße Wunder von Portugal weiter geht, wenn sich der Fußball-Vater aller Griechen seinen Finaltraum von Lissabon erfüllen kann und ganz Griechenland noch glücklicher machen will.

Zwei Siege fehlen dem in der Fifa-Weltrangliste vor EM-Beginn als Nummer 57 eingestuften vermeintlichen Fußball-Zwerg noch zur größten Sensation der EM-Geschichte, der zuvor noch nie ein Spiel bei einem großen Turnier gewonnen hatte. Zwei Siege, die Otto Rehhagel und seine Spieler unsterblich machen würden. Nach dem Auftaktsieg über Portugal und vor allem dem Viertelfinal-Triumph über Titelverteidiger Frankreich ist der Appetit der unersättlichen Griechen ins Unermessliche gestiegen. "Wir sind jetzt so weit gekommen, haben den Europameister aus dem Rennen geworfen und wollen noch mehr. Warum sollen wir nicht auch ins Finale einziehen?", sagt Bremens Stürmer Angelos Charisteas voller Selbstvertrauen vor dem Halbfinale gegen Tschechien an diesem Donnerstag (20.45 Uhr/ZDF).

Individualisten gegen Kollektiv, Attacke gegen Defensive, tschechische Angriffslust gegen griechische Abwehrkunst, Karel Brückners "Laissez-faire"-Fußball gegen Rehhagels "kontrollierte Defensive": Im Estadio Dragao von Porto prallen im Duell der Trainer-Füchse zwei völlig verschiedene Auffassungen vom Fußball aufeinander. "Wir sind eben keine Brasilianer und werden deshalb unseren Stil nicht ändern, der uns zum Erfolg geführt hat. Alle werfen uns vor, destruktiv zu spielen, aber wir sind damit effektiv", verteidigt Mittelfeldspieler Georgios Karagounis Rehhagels Strategie, mit der er auch mit Werder Bremen und dem 1. FC Kaiserslautern reüssierte.

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