Auch Demos in Indonesien
Drei Pakistanis bei Protesten gegen USA erschossen

Bei gewaltsamen Protesten gegen die amerikanisch-britischen Militärschläge in Afghanistan sind am Dienstag im benachbarten Pakistan erneut drei Menschen getötet worden. Die pakistanischen Behörden ordneten zugleich die Inhaftierung von drei führenden islamischen Geistlichen an, um sie am Organisieren weiterer Demonstrationen zu hindern.

ap ISLAMABAD/JAKARTA. In der indonesischen Hauptstadt Jakarta kam es zu Straßenschlachten zwischen islamistischen Demonstranten und der Polizei. In der südwestpakistanischen Ortschaft Kuchlak griffen islamistische Demonstranten eine Bank an und versuchten, eine Polizeiwache zu stürmen. Nach Angaben der Behörden schoss die Polizei daraufhin auf die Demonstranten und tötete drei von ihnen, darunter ein 13-jähriger Junge.

Kuchlak liegt in der Nähe der an der Grenze zu Afghanistan gelegenen Stadt Quetta. Dort kam am Montag bei gewaltsamen Protesten ein Demonstrant ums Leben. Auch am Dienstag gab es in der Stadt Zusammenstöße zwischen islamistischen Demonstranten und der Polizei. In Lahore im Osten Pakistans errichten Anhänger der in Afghanistan herrschenden Taliban Straßensperren und bewarfen Polizisten mit Steinen. Sie riefen Parolen gegen US-Präsident George W. Bush und den pakistanischen Militärmachthaber Pervez Musharraf, dessen Regierung den USA ihre Unterstützung im Kampf gegen den internationalen Terrorismus zugesagt hat.

Bei den festgenommenen Geistlichen handelt es sich nach Angaben der Regierung um den Führer der islamistischen Partei Jamiat Ulema-e-Islam, Maulana Fazal ur Rahman, den Leiter des protalibanischen Afghanischen Verteidigungsrates, Samuil Haq, und Azim Tariq, den Chef der islamischen Partei Sipah-e-Sahaba. Zwei von ihnen wurden für zunächst drei Monate unter Hausarrest gestellt.

Vor der US-Botschaft in Jakarta lieferten sich islamistische Demonstranten und die Polizei eine Straßenschlacht. Die Polizei schoss Warnschüsse und Tränengas in die mit Knüppeln bewaffnete Menge. Zwei Polizisten und mehrere Demonstranten wurden verletzt. Die Zahl der Demonstranten wurde auf 500 geschätzt. Die US-Botschaft in dem bevölkerungsreichsten islamischen Land wird seit den Terroranschlägen vom 11. September scharf bewacht. Die US-Botschaft blieb geschlossen.

Auch in anderen Teilen Indonesiens gab es am Dienstag antiamerikanische Übergriffe. In der Stadt Makassar verbrannten Dutzende Demonstranten eine US-Flagge und zerstörten ein Werbeplakat der amerikanischen Imbisskette McDonald's. Sie drohten damit, die in der Stadt lebenden US-Bürger zu vertreiben. Weitere Protestkundgebungen wurden aus den Städten Bandung und Medan gemeldet.

Antiamerikanische Proteste gab es auch auf den Philippinen, in Malaysia und im indischen Teil Kaschmirs.

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