Auch der Nemax verlor an Boden
Anhaltende Nasdaq-Schwäche belastet deutsche Aktien

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss 1,7 % niedriger auf 6 562 Punkten. Händler sprachen von einem extrem nervösen Geschäft.

Reuters FRANKFURT. Die anhaltende Schwäche an der US-Computerbörse Nasdaq hat nach Angaben von Händlern den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch erneut belastet. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss 1,7 % niedriger auf 6 562 Punkten. Im Verlauf war der Index sogar auf ein Tagestief bei 6 467 Zählern gefallen. Händler sprachen von einem extrem nervösen Geschäft. Besonders die Hochtechnologiewerte standen im Sog der Nasdaq unter Druck. Händler verwiesen zudem auf die Gewinnwarnung des US-Technologiekonzerns Lucent und enttäuschende Umsatzzahlen des US-Telekomausrüsters Motorola und des Internet-Anbieters Yahoo. Am Neuen Markt fielen der Nemax und der Nemax50 auf neue Jahrestiefstände.

Von 30 gehandelten Standardwerten im Dax beendeten 22 den Handel mit Abschlägen und acht mit Aufschlägen. Vier Titel markierten im Verlauf neue Jahrtiefstände. Insgesamt wechselten rund 57,6 Mill. Dax-Werte ihren Besitzer, was Händler als überdurchschnittlich bezeichneten. Ein Börsianer sagte, dass immer noch viele ausländische institutionelle Investoren ihre Positionen in großem Umfang abbauten. Händler sprachen zudem von einer Flucht aus den Aktien in "sichere" Rentenpapiere.

Die technologielastige Nasdaq notierte zum Börsenschluss in Deutschland nach einem zunächst sehr schwachen Auftakt gut behauptet. Der Nasdaq-Composite-Index wies ein Plus von 0,1 % auf 3 244 Punkte aus.

Zu den größten Verlieren im Dax gehörten im Gefolge der Nasdaq-Talfahrt die Technologiewerte. Epcos brachen um 7,7 %, Siemens um 2,9 % und SAP um 3,6 % ein. Infineon rutschten um 4,0 % auf 48,01 ab. Der Werte hatte im Handelsverlauf ein neues Jahrestief bei 46,16 Euro markiert. Goldman Sachs hatte zuvor das Kursziel auf 75 Euro von 100 Euro reduziert. Indexschwergewicht Deutsche Telekom verringerte sich als umsatzstärkster Wert um 1,8 %. Auch die T-Aktie war zwischenzeitlich auf ein Jahrestief gefallen.

Die Aktien der Deutschen Bank verloren zeitweise fast 9 %. Zum Schluss konnten sie ihre Verluste auf minus 7 % eingrenzen. Händler begründeten den Kurseinbruch nach wie vor mit Spekulationen über mögliche Verluste im US-Junk-Bond-Geschäft, aber auch mit der am Vortag angekündigten vollständigen Übernahme des US-Brokerhauses National Discount Broker. Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer hatte in einem Zeitungsinterview Probleme im Zusammenhang mit Junk Bonds dementiert. Die Bank habe keine Schieflage im Anleihegeschäft und es gebe auch keinen Anlass dies zu erwarten, hatte Breuer der "Börsen-Zeitung" (Mittwochausgabe) gesagt. Dresdner Bank ließen im Schlepptau der Deutschen Bank 5,5 % Federn. Allerdings waren Finanzwerte am Mittwoch europaweit schwach.

RWE standen hingegen auf den Einkaufslisten der Börsianer. Die Aktie verteuerte sich um 2,9 %. Händler sagten, die Aktie sei gesucht, da Börsianer sie als sicher und defensiv einstuften. Außerdem sei sie nicht zu teuer. RWE hatte zudem am Dienstag die Stilllegung von Kraftwerken zum Abbau von Überkapazitäten angekündigt.

Die Dividendenpapiere des Touristikkonzerns Preussag gaben 2,6 % ab. Preussag hatte zuvor eine Beteiligung am französischen Reiseveranstalter Nouvelles Frontieres bekannt gegeben.

Der MDax ging um 2,4 % auf 4 774 Punkte zurück. Am Neuen Markt brach der alle Werte des Wachstumssegments umfassende Nemax-Index um 3,2 % auf 4137 Punkte ein. Im Handelsverlauf war er auf ein neues Jahrestief von 3973 Zählern gefallen. Das Blue-Chip-Barometer Nemax50 stürzte um knapp 3 % auf 4 343 Punkte ab, nachdem es im Verlauf mit 4 119 Stellen den tiefsten Stand in diesem Jahr markiert hatte.



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