Auch Deutschlands Skispringer "eingepflogen"
Olympisches Dorf: Die Partylaune steigt

Viele Athleten haben ihre Wettkämpfe beendet und steigen in die "dritte Halbzeit" ein. Auch Deutschlands Skispringer wollen dabei sein.

HB/sid SALT LAKE CITY. Fünf Tage vor dem Ende der Winterspiele von Salt Lake City ist im Olympischen Dorf Party angesagt. Viele Athleten haben ihre Wettkämpfe beendet und steigen in die "dritte Halbzeit" ein. "Wir werden die größte Party feiern, die Salt Lake City je gesehen hat", erklärte ein euphorischer Martin Schmitt nach dem Mannschafts-Olympiasieg der deutschen Skispringer, die am Tag nach ihrem Herzschlag-Triumph im Utah Olympic Park aus dem rund 45 Kilometer entfernten Park City ins Dorf "einflogen".

"Es wird zünftig ein Fass aufgemacht", kündigte Uschi Disl an. Auch die Rekord-Medaillengewinnerin im Biathlon startete nach dem Triumph mit ihren Staffel-Kolleginnen in den olympischen "Feier-Abend". Der kann nach den Tagen der Entbehrung durchaus etwas länger dauern. Bislang hatten die Skijägerinnen in der Nähe ihres Wettkampforts Soldier Hollow ihr Basis-Lager in der Einsamkeit der Rocky Mountains aufgeschlagen.

"Im Dorf können die Mädels Olympia noch richtig genießen und ordentlich einen drauf machen", meinte Biathlon-Bundestrainer Uwe Müssiggang gönnerhaft. Die zweifache Olympiasiegerin Andrea Henkel hatte nach ihrem Goldgewinn im 15-km-Einzelrennen mit einer Tanzeinlage im deutschen Haus bereits gezeigt, dass sie zu Feiern versteht.

Reinhard Heß lässt seine Gold-Jungen vorübergehend ebenfalls von der langen Leine. "Drei Tage lang werden die Athleten das tun, was ihnen Spaß macht. Danach beginnt wieder die athletische Aktivierung", erklärte der Bundestrainer der Skispringer, deren Weltcup-Saison bereits am 1. März in Lahti weitergeht.

Schwierig wird es für die Athleten, deren Wettkämpfe noch bevorstehen. Bob-Pilot Christoph Langen, der nach Gold im Zweier- auch noch im Viererbob auf Medaillenjagd geht, trat am Tag nach seinem Triumph mit Bremser Markus Zimmermann die Flucht an. "Wir sind nach Park City hochgezogen, weil schon Partystimmung im Dorf herrscht. Der Lärmpegel ist einfach zu hoch, da fällt es schwer, sich zu konzentrieren", sagte Langen.

Eisschnellläuferin Sabine Völker freut sich, dass ihr Wettkampfprogramm nach dem 1 500-m-Rennen am Mittwoch beendet ist. "Wenn ich die Rodler sehe, die schnippen ständig durch die Gegend. Ich hätte lieber auch ein paar Tage mehr gehabt, um alles zu genießen und ein paar andere Wettkämpfe zu sehen", meinte die bisher zweifache Medaillengewinnerin.

Es gibt auch Athleten, denen ganz und gar nicht nach Party zumute ist, beispielsweise Hilde Gerg. Bevor die medaillenlos gebliebene Skirennläuferin am Montag frustriert den Heimflug antrat, ertränkte sie ihren Frust im Kufenstüberl von Park City. Ähnliches droht Anni Friesinger, falls sie über 1 500 und 5 000 m ohne Edelmetall bleibt. Die Eisschnellläuferin will die Ablenkung im olympischen Dorf nutzen, um sich für ihre restlichen beiden Rennen aufzubauen: "Ich bin lieber unter Leuten, als mich ins stille Kämmerlein zurückzuziehen und zu grübeln."

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