Auch die Regierung geht auf die Straße
Fidel Castro lässt 300 000 Kubaner vor US-Vetretung in Havanna protestieren

dpa HAVANNA. Mit einer organisierten Massenkundgebung hat die kubanische Regierung am Montag auf die Entscheidung der amerikanischen Regierung reagiert, den neun in der vorigen Woche im Golf von Mexiko notgewasserten Flüchtlingen ein Bleiberecht zu gewähren. An der Demonstration vor der Ständigen Vertretung der USA in Havanna beteiltigten sich nach offiziellen Angaben rund 300 000 Menschen, unter ihnen Präsident Fidel Castro und die gesamte politische Führung.

Die neun Flüchtlinge waren am Dienstag voriger Woche mit einem Agrarflugzeug in Richtung USA gestartet und hatten, offenbar wegen Treibstoffmangels, notwassern müssen. Ein zehnter Flüchtling kam ums Leben. Die kubanische Führung spricht von einem Akt der "Piraterie". Bei dem Flugzeug handelte es sich um Staatseigentum.

Während der Kundgebung verlasen Schüler, Studenten und Soldaten Texte, in denen die Flüchtlingspolitik der USA gegeißelt wird. Gegenwärtig werden Bootsflüchtlinge, die auf hoher See aufgegriffen werden, nach Kuba zurückgebracht, wenn kein Asylgrund vorliegt. Flüchtlinge, die das amerikanische Festland erreichen, erhalten auf jeden Fall Bleiberecht. Die Führung in Havanna kritisiert, dass die USA mit ihrer Bereitschaft, die Bootsflüchtlinge aufzunehmen, überhaupt erst einen Anreiz für die gefährliche Flucht über See schüfen.

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