Auch die Reichsten spüren die Wirtschaftskrise
Bill Gates bleibt reichster Mann der Welt

Der Amerikaner Bill Gates, Gründer des Software- Unternehmens Microsoft, ist weiterhin der reichste Mensch der Welt. Aber die deutschen Brüder Karl und Theo Albrecht, Besitzer der Ladenkette Aldi, sind ihm auf der weltweiten "Forbes"-Liste von Milliardären auf den Fersen.

dpa NEW YORK. Zu den großen Verlierern gehört der Münchner Medienmogul Leo Kirch. Sieben deutsche Milliardäre sind im Vergleich zum vergangenen Jahr dazugekommen.

Die Albrechts vermehrten ihr Vermögen im vergangenen Jahr um 2,0 Mrd. Euro und stiegen mit 30,9 Mrd. Euro (26,8 Mrd. $) von Platz fünf auf den dritten Platz auf. Kirchs Privatbesitz schrumpfte laut "Forbes" innerhalb Jahresfrist von 12 Mrd. auf 1 Milliarde $ (1,15 Mrd. Euro).

Das Wirtschaftsmagazin "Forbes" das seine weltweite Liste in der Nacht zum Freitag zum 16. Mal veröffentlichte, stellte fest, dass auch die Reichen der Reichsten den Effekt der Wirtschaftsflaute und Börsenturbulenzen zu spüren bekamen. 83 büßten so viel von ihrem Vermögen ein, dass sie aus dem Club der Milliardäre ausschieden. Weltweit verringerte sich die Zahl der Einzelpersonen oder Familien mit einem Besitz von mindestens einer Milliarde $ von 538 auf 497. Zusammen besitzen sie 1,54 Billionen $.

CNN-Gründer Ted Turner verlor mehr als die Hälfte seines Nettovermögens (5 Mrd. $). Der Vorstandsvorsitzende von AOL Time Warner, Steve Chase, wurde nach schweren Aktienverluste von der Liste gestrichen.

Auch Gates (46) muss einen kräftigen Verlust verschmerzen: gut 5,9 Mrd. $. Mit verbliebenen 52,8 Mrd. $ (60,9 Mrd. Euro) liegt er aber immer noch unangefochten in Führung der Superreichen. Ihm folgt wieder der amerikanische Investment-Mogul und Besitzer der Firma Berkshire Hathaway, Warren Edward Buffett. Der 71-Jährige nennt 35 Mrd. $ sein Eigen.

Microsoft-Mitbegründer Paul Allen gab seinen bisherigen Rang an die Brüder Albrecht ab und landete nach einem Verlust von 5,2 Mrd. $ mit verbliebenen 30,4 auf Platz vier. Die Erben des Wal-Mart-Gründers Sam Walton mit einem Vermögen von jeweils mehr als 20 Mrd. belegen die Ränge sechs bis zehn.

Die deutsche BMW-Familie um Johanna Quandt verbesserte ihr Privatvermögen um 600 Mill. auf 18,4 Mrd. $ (21,27 Mrd. Euro), blieb aber international auf Platz 12. Das Wirtschaftsmagazin benennt jetzt 35 deutsche Milliardäre, 7 mehr als im Vorjahr.

Zurück auf der Liste oder aber deutsche Newcomer sind unter anderen der Verleger Heinz Bauer mit 2,6 Mrd. $, der Immobilienunternehmer Karl Ehlerding und Familie (1,5 Mrd.), Ingenieurunternehmer Otto Happel (1,2 Mrd.), Versicherer Manfred Lautenschlager (1,2 Mrd.) sowie die Einzelhändler Anton Schlecker (1,8 Mrd.) und Eugen Viehof mit Familie (1,2).

Von den "etablierten" deutschen Milliardären vermehrten ein knappes Dutzend ihr Vermögen, darunter der Verleger Hubert Burda (jetzt 2,9 Mrd.) und der Pharmafabrikant Curt Engelhorn (jetzt 5,6 Mrd.). Eben so viele deutsche Milliardäre mussten Federn lassen. Der SAP-Softwarebesitzer Dietmar Hopp und Familie büßte 500 Mill. $ ein, Verleger Reinhard Mohn 200 Mill. $ und die Familie um Rudolf August Oetker 400 Mill..

Die USA führt dieses Mal mit 243 Superreichen. Europa hat derzeit 121 Milliardäre. In Asien fand "Forbes" nur noch 70 Milliardäre, 15 weniger als zuvor. In Führung liegt dort der saudische Prinz Alwaleed Bin Talal Alsaud als Nummer elf. Japan büßte fünf Milliardäre auf der Liste ein.

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