Auch DWS-Fonds lehnt Schulte-Noelle als AR-Vorsitzenden ab
Kleinaktionäre zeigen Allianz-Vorstand rote Karte

Auf seiner letzten Hauptversammlung als Vorstandschef des Allianzkonzerns versuchte Henning Schulte-Noelle den enttäuschten Aktionären Mut zu machen.

mwb MÜNCHEN. "Das Schlimmste dürfte - so sieht es heute aus - hinter uns liegen". Nach dem Rekordverlust im vergangenen Jahr von 1,2 Mrd. Euro stellte der Allianz-Chef den Anteil-eignern eine deutliche Verbesserung des operativen Ergebnisses in Aussicht. Das erste Quartal deute auf weitere Verbesserungen hin.

Die wichtige Combined-Ratio - das Verhältnis von Schadenaufwendung und Kosten zu verdienten Beiträgen - werde unter 100% liegen, kündigte Schulte-Noelle an, der sein Amt nach Ablauf der Hauptversammlung an Michael Diekmann übergeben wird. Auch beim Hauptverlustbringer Dresdner Bank kündigte Schulte Noelle eine Ergebnisverbesserung an.

Der harschen Kritik der Vertreter der Kleinaktionäre an der Unternehmensführung konnte Schulte Noelle damit aber nicht den Wind aus den Segeln nehmen. "Die Allianz ist entzaubert. Wir zeigen dem Vorstand die rote Karte", wetterte die Vertreterin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Daniela Bergdolt. Sie verweigerte dem Vorstand die Entlastung für 2002.

Vor allem das zu späte Eingreifen bei der Verlusttochter Dresdner Bank bezeichnete sie als größte Fehlleistung der Unternehmensführung, und vor allem von Schulte-Noelle, der seit Jahren im Aufsichtsrat der Dresdner Bank sitzt. Bergdolt lehnte zudem den Wechsel von Schulte-Noelle an die Spitze des Aufsichtsrats ab. Auch der Vertreter der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz verweigerte dem Allianz-Vorstand die Entlastung. Klaus Kaldemorgen vom größten europäischen Publikumsfonds DWS, kritisierte zudem den zögerliche Haltung beim angekündigten Verkauf von Beteiligungen. Kaldemorgen lehnte wie weitere Kleinaktionärsvertreter ebenfalls eine Berufung von Schulte-Noelle als Aufsichtsratsvorsitzender ab.

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