Auch Einsatz russischer Truppen möglich
Putin unterstützt US-Militärschlag gegen Terrorismus

"Die Reaktion auf die Aggression, mit der die USA konfrontiert werden, muss rasch erfolgen", sagte der russische Präsident und schloss auch die Beteiligung eigener Truppen nicht aus.

dpa MOSKAU. Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich erneut hinter die USA bei deren Planungen zu einer Militäraktion gegen den internationilen Terrorismus in Afghanistan gestellt. "Wir gehen davon aus, dass das Böse zweifellos zu bestrafen ist", sagte Putin am Freitag in seiner Residenz im Urlaubsort Sotschi am Schwarzen Meer in einem ARD-Interview. "Die Reaktion auf die Aggression, mit der die USA konfrontiert werden, muss rasch erfolgen." Allerdings forderte Putin von Washington dabei die Einhaltung allgemein anerkannter internationaler Regeln und eine vorherige Beratung mit der NATO und auch Russland.

Putin erklärte sich erneut zu einer "umfassenden Zusammenarbeit" Russlands mit den USA beim Kampf gegen den Terrorismus bereit. Da Moskau bisher keine «einschlägigen Angebote» erhalten habe, beschränke sich diese Kooperation vorerst auf die Ebene der Geheimdienste. Auch eine eventuelle Nutzung von Militärflugplätzen in Mitgliedsländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), wie etwa in Tadschikistan, durch die USA wurde von Putin nicht abgestritten. Dies seien jedoch politische Entscheidungen, die diese Staaten selbst zu treffen hätten.

Ein eventueller Einsatz russischer Truppen an der Seite der USA oder der NATO wurde von Putin nicht ausgeschlossen. Zwar sei ein russischer Truppeneinsatz außerhalb des Landes nur mit Zustimmung des Oberhauses des russischen Parlaments und dann auch nur auf Beschluss des Weltsicherheitsrates der Vereinten Nationen möglich. "Das bedeutet aber nicht, dass wir solche Fragen nicht erörtern und gemeinsam mit unseren Partnern nicht über eventuelle Reaktionen im Zusammenhang mit Terrorakten nachdenken können", relativierte Putin.

Befürchtungen der russischen und auch internationalen Öffentlichkeit über einen eventuell drohenden Dritten Weltkrieg in Folge der erwarteten US-Militäraktion sah Putin als «unbegründet» an. "Ich glaube, dass nichts von dieser Art passiert", sagte Putin. "Und die Regierungen der führenden Länder dieser Welt werden das nicht zulassen." Es gebe nichts, was auf einen großen Militärkonflikt hindeute.

"Vor allem dürfen wir den Amerikanern in dieser Lage jetzt nicht in den Arm fallen und sie an einer Reaktion hindern", sagte Putin gegenüber der "Bild"-Zeitung. Wichtig sei jedoch, dass jede Aktion abgestimmt sei. "Das Böse muss ausgemerzt werden", gab Putin als gemeinsames Ziel aus.

"Einheitliche Front"

Gleichzeitig forderte Putin gemeinsame Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft, um terroristische Anschläge wie in den USA künftig zu verhindern. "Jeder Staat auf der Welt kann Opfer eines solchen Verbrechens werden", warnte der russische Präsident. Diese "einheitliche Front", etwa in Form einer internationalen Antiterror- Einheit, müsse unter anderem den Terroristen die finanzielle Grundlage entziehen. «Um den Baum des Terrorismus für immer auszurotten, reicht es nicht, mit einem Stock die Früchte abzuschlagen - man muss ihn mit den Wurzeln ausreißen», sagte Putin.

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin «Focus» sagte Putin, Russland habe die USA vor möglichen terroristischen Anschlägen gegen amerikanische Bürger und Einrichtungen auf heimischem Boden und im Ausland gewarnt. Die Hinweise seien rechtzeitig an die amerikanischen Partner weitergeleitet worden. "Das heißt aber nicht, dass sie anhand dieser Hinweise zu den Schlussfolgerungen kommen konnten, dass es einen solchen Angriff (wie in New York und Washington) geben wird." Dazu hätten die Daten weiter überprüft und bearbeitet werden müssen.

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