Auch Einwände gegen das Aktienoptionsprogramm
Professor kritisiert Gehälter der Daimler-Chrysler-Manager

Der Würzburger Betriebswirtschaftsprofessor Ekkehard Wenger hat angesichts der Krise beim Automobilhersteller Daimler-Chrysler AG, Stuttgart, Höhe und Struktur der Mill.-Gehälter von Konzernchef Jürgen Schrempp und seinen Vorstandskollegen scharf kritisiert. "Mit leistungsfähiger Vergütung hat das absolut nichts zu tun", sagte Wenger der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe).

ddp/vwd BERLIN. Seine Einwände richten sich nicht nur gegen die Höhe der Grundgehälter der Daimler-Chrysler-Vorstände, die bei Schrempp auf knapp zwölf Mill. Mark pro Jahr geschätzt wird. Laut Geschäftsbericht bekommen die elf Vorstände zusammen immerhin knapp 103 Mill. Mark. Wengers Kritik richtet sich auch gegen das Aktienoptionsprogramm für die Daimler-Chrysler-Topmanager.

Zwar hüllt sich der Konzern darüber in Schweigen, wie viele Aktienoptionen die Vorstände bekommen. Klar sind aber die Modalitäten. Danach wurde dem Blatt zufolge der so genannte Referenzpreis für den Daimler-Chrysler-Aktienoptionsplan im Jahr 2000 auf 62,30 Euro angesetzt. Übersteigt der Aktienkurs innerhalb von zehn Jahren diesen Wert um lediglich 20 %, dürfen die Daimler-Chrysler-Vorstände ihre Option ausüben und die Gewinne realisieren. Steigt der Kurs schneller, können die Manager auch schon viel eher ihre Option ausüben: 50 % nach Ablauf von zwei Jahren und 100 % nach drei Jahren.

Der Aktienoptionsplan für das laufende Jahr sieht sogar nur noch einen Referenzpreis von 55,80 Euro vor. Die Vorstände können ihre Optionen also - angesichts der unveränderten Mindestkurs-Gewinnschwelle von 20 % - bereits bei einem Kurs von 66,96 spätestens nach zehn Jahren gewinnbringend verkaufen. Wenger kritisierte die "unverfrorene Selbstbedienungsmentalität in deutschen Vorstandsetagen, die auf Grund der Überkreuz-Verflechtungen in den Aufsichtsräten" entstanden sei. Der Betriebswirtschaftler forderte: "In den Hauptversammlungen müssen die Aktionäre über die Bezüge abstimmen dürfen." Zudem müssten die Unternehmen künftig verpflichtet werden, die genaue Struktur der Vorstandsvergütung offen zu legen.

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