Auch Eiswürfel und Wasser von außen und innen brachten kaum Abkühlung
Höhnes schwerster Gang endet auf Platz Acht

Im Ziel war er völlig ausgepumpt und ließ sich wenige Minuten später an den Tropf hängen: Andre Höhne hatte sich beim Gehen über 20 Kilometer nicht geschont und wurde mit einem beachtenswerten achten Platz belohnt.

HB ATHEN. Höhne war Schweiß gebadet. Das Wasser tropfte unaufhörlich von seiner Stirn, aber er strahlte vor Glück und Zufriedenheit. Der Berliner hatte die Hitzeschlacht in Athen in 1:21:56 Stunden beendet und war mit sich vollkommen im Reinen. "Das ist eine Riesennummer", sagte der 26-Jährige.

2:16 Minuten nach Überraschungssieger Ivano Bugnetti überquerte der Schützling von Trainer Peter Selzer den Zielstrich im Olympiastadion. "Es war verdammt schnell gewesen", sagte er. Die auf der schattenlosen Strecke unerbärmliche Sonne und sengende Hitze erschwerte den Gang auf der welligen Strecke zusätzlich. "Das war das allerhärteste Rennen. Ich habe zwischendurch den lieben Gott herbei gesehnt", berichtete Höhne.

Auch Eiswürfel und Wasser von außen und innen brachten kaum Abkühlung. "Auf mir hätte man ein Ei braten können. Ich hatte am Ende schon Wassermangel. Dass ich bei diesen Bedingungen auf acht gehen kann, ist ausgezeichnet", sagte Höhne, der sich damit auch über die Optimalförderung der Sporthilfe freute.

Durch die Anstrengungen war sein Körper am Ende nicht mehr in der Lage, durch Flüssigkeit Nährstoffe und Elektrolyte aufzunehmen. Höhne eilte gleich zum Arzt, um sich mit den notwendigen Infusionen versorgen zu lassen. "Die Erholungswerte sind am besten, wenn man das innerhalb der ersten Stunde macht. Das haben wir uns von der DDR abgeguckt, die haben das auch immer so gemacht", erzählte Höhne und verabschiedete sich an den Tropf, um seinen Akku mit Zink, Natrium und Magnesium aufzuladen.

Der Oberfeldwebel der Bundeswehr, der in der Sportfördergruppe in Potsdam stationiert ist, hat sich bei seinem ersten Olympia-Gang nicht geschont. "Ich wollte voll auf Angriff gehen und mich nicht schonen für die 50 km", meinte Höhne. Sein zweiter Wettkampf steht am 27. August auf dem Programm. "Momentan fürchte ich mich davor, ich fürchte mich wirklich", bekannte er.

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