Auch elektronisches Rezept geplant
Mit Gesundheitskarten zum Arzt

Der von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) geplante Gesundheitspass nimmt Gestalt an.

dpa BERLIN/BONN. So soll die bisherige Versichertenkarte zu einer begrenzten Gesundheitskarte erweitert werden. Noch in diesem Jahr sollen zudem Modellversuche mit dem elektronischen Rezept (eRezept) starten. Darauf verständigten sich laut Mitteilung vom Freitag Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sowie Kassen, Ärzte und Apotheker nach langem Tauziehen. Am Ende könnte dabei die elektronische Patientenakte stehen. Die Speicherung sämtlicher Daten bleibt für Patienten aber freiwillig.

Die bisherige Versichertenkarte selbst soll nicht zu einem umfassenden Gesundheitspass, sondern nur zu einer begrenzten Gesundheitskarte ausgebaut werden. So soll sie nur "unveränderliche Daten" wie etwa den europäischen Notfalldatensatz mit Blutgruppe und die Identifikation des Patienten umfassen, nicht aber laufende Behandlungsdaten. Zugleich soll die Karte aber als Instrument dienen, um später auf an anderer Stelle gespeicherte Gesundheitsdaten des Patienten zuzugreifen.

Elektronisches Rezept

Als mögliches Ziel wird am Ende die elektronische Patientenakte genannt. In einem ersten Schritt soll zunächst in Modellversuchen das elektronische Rezept (eRezept) erprobt werden. Dabei hinterlegt der Arzt die Angaben zum Medikament auf einem Computerserver. Der Patient gibt dem Apotheker dann einen Code, so dass dieser das Rezept auf dem Server abrufen kann. Die elektronische Sammlung der Arzneidaten soll dem Arzt einen besseren Überblick über die Arzneitherapie ermöglichen und die Qualität der Arzneiversorgung verbessern.

Vor allem die Krankenkassen hatten sich für die "Server-Lösung" und gegen einen Arzneimittel- oder umfassenden Gesundheitspass auf Chipkarte gewandt. So verständigten sich die beteiligten Verbände auf den Aufbau einer "Telematik-Plattform". Dabei sollen eRezept, eArztbrief und Arzneimitteldokumentationen der Einstieg in die elektronische Patientenakte ermöglichen.

Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten

Die Lösung wurde laut Gesundheitsministerium in enger Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten entwickelt. So bleibt die Speicherung der Daten freiwillig. Auch können laut Ministerium die Patienten entscheiden, welche ihrer Gesundheitsdaten aufgenommen und welche gelöscht werden. Auch sollen keine zentralen Datensammlungen über Patienten entstehen.

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