Auch enge Kontakte zu Rexrodt
Hunzinger nutzte Kontakte zu Merz

Der PR-Berater Moritz Hunzinger soll einem "Stern"-Bericht zufolge Kontakte zu dem CDU-Politiker Friedrich Merz für Aktivitäten im Umfeld der Rüstungsindustrie genutzt haben.

ddp BERLIN. Hunzinger habe sich 1993 an den damaligen Europaabgeordneten Merz gewandt, um für zwei Spitzenmanager von Rüstungsfirmen bei Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) einen gemeinsamen Gesprächstermin zu bekommen, berichtete das Magazin am Mittwoch vorab.

Bei den Industriellen habe es sich um den Vorstandschef der Thyssen Industrie AG, Eckard Rohkamm, und den Vorstandschef der Werft Bloom & Voss, Peter Beer, gehandelt.

Das Magazin zitiert aus einem Brief Hunzingers an die beiden Manager vom 24. Februar 1993, in dem es heißt: "Der CDU-Europaabgeordnete Friedrich Merz, der meine Arbeit freundschaftlich begleitet und fördert, unterstützt dieses Vorhaben wertvoll." Bei dem Gespräch sollte dem Bericht zufolge der geplante Export von Spürpanzern und U-Booten erörtert werden. Ferner, zitiert das Blatt, gehe es um "die im europäischen Maßstab unvergleichbar restriktive Ausfuhrkontrolle bei sensiblen Produkten". Laut "Stern" duzen sich Hunzinger und der heutige Unions-Fraktionschef Merz.

Merz erklärte in einer Stellungnahme zu dem Artikel, er kenne Hunzinger seit etwa zehn Jahren und habe "verschiedentlich an seinen parlamentarischen Abenden teilgenommen". Einer der ersten sei 1992 oder 1993 in Brüssel mit Vertretern des Unternehmens Thyssen gewesen. An dem Gespräch hätten nach seiner Erinnerung auch holländische und belgische Kollegen aus dem Europäischen Parlament teilgenommen. Merz fügte hinzu: "Über einen Gesprächswunsch der Thyssen-Vorstände mit dem deutschen Bundeskanzler ist weder an diesem Abend noch später gesprochen worden. Merz betonte, er habe weder zu dem Zeitpunkt noch früher oder später Termine für Vertreter der deutschen Industrie mit Kohl vermittelt. Entsprechende Behauptungen seien "schlicht falsch".

Dem Magazin-Bericht zufolge unterhält Hunzinger auch zu Ex-Bundeswirtschaftsminister Günther Rexrodt (FDP) enge Beziehungen. Nach dem Rücktritt des damaligen Wirtschaftsministers Jürgen Möllemann (FDP) 1993 wegen der so genannten "Chip-Affäre" habe Hunzinger an den Thyssen-Manager Dieter Vogel geschrieben: "Mit einigem Glück heißt der neue Bundeswirtschaftsminister Dr. Günther Rexrodt. Das wäre für uns hervorragend, da zu ihm eine besonders qualifizierte Beziehung besteht, die sich bewährt hat."

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