Auch Erwartungen für Japan gesenkt
Währungsfond senkt erneut Wachstumsprognosen

Der Internationale Währungsfond (IWF) hat IWF-Kreisen zufolge wegen weltweit wachsender Konjunkturrisiken und zunehmend düsteren Aussichten für Europa seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft nach unten revidiert.

Reuters WASHINGTON. Es sei nunmehr mit einem Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr um 2,7 % und im kommenden Jahr um 3,6 % zu rechnen, hieß es in den Kreisen am Dienstag in Washington. Im April hatte der Fonds noch ein Weltwirtschaftswachstum von 3,2 % in 2001 und von 3,9 % in 2002 vorausgesagt. Die jüngste Prognose für dieses Jahr liege sogar noch unter den vor einigen Wochen von IWF-Mitarbeitern geschätzten 2,8 %.

Die Senkung der Prognose für die Weltwirtschaft sei vor allem die Folge der niedrigeren Wachstumserwartungen in Europa, hieß es in den Kreisen weiter. Der IWF habe für die zwölf Staaten der Euro-Zone die Wachstumsprognose für 2001 auf 1,9 % und für 2002 auf 2,3 % gesenkt. Im August hatten die Volkswirte des Fonds in der Euro-Zone noch ein Wirtschaftswachstum von 2,0 % für 2001 und von 2,5 % für 2002 erwartet. Im April hatten die Prognosen noch bei 2,4 % und 2,8 % gelegen.

Innerhalb der Euro-Zone seien die Prognosen am stärksten für Deutschland nach unten revidiert worden, hieß es weiter. Dort erwarte der Fond nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,9 % in diesem und von 1,9 % im kommenden Jahr. Im August hatten die IWF-Volkswirte für Deutschland ein Wirtschaftswachstum von 1,2 % für 2001 und 2,1 % für 2002 vorausgesagt. Im Frühjahres-Weltwirtschaftsausblick hatten die Schätzungen der Experten noch bei 2,4 % und 2,9 % gelegen.

Auch die Prognose für Japan sei deutlich gesenkt worden, hieß es weiter. Der IWF erwarte nun in Japan einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 % in diesem Jahr. Im April hatte der Fonds noch ein Wirtschaftswachstum von 0,6 % vorausgesagt. Die Wachstumsprognose für 2002 sei auf 0,5 % von 1,5 % gesenkt worden. Der IWF habe allerdings die Wachstumsprognose für die USA nicht geändert. Demnach erwarte der Fonds wie bereits im April in den USA ein Wirtschaftswachstum von 1,5 % für 2001 und 2,5 % für 2002.

Die Prognosen sollen noch in diesem Monat vor der Jahrestagung des IWF in der Publikation "Weltwirtschaftsausblick" veröffentlicht werden. "Der Bericht zeigt eine umfassendere Synchronisierung bei der Abschwächung", hieß es aus den Kreisen. "Die Tatsache, dass die Verlangsamung sich selbst mehr und mehr ausweitet, erhöht das Risiko einer Abwärtsbewegung, da es keinen Wachstums-Motor gibt für den Fall, dass die weltweite Wirtschaft noch weitere Schocks erlebt".

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