Auch EZB-Chef zuversichtlich
Greenspan: Inflation bleibt "bemerkenswert niedrig"

Der Konjunkturaussicht für die USA hat sich nach Angaben von US-Notenbankchef Alan Greenspan seit Januar nicht grundlegend geändert. Die Inflation bleibe weiter "bemerkenswert niedrig", sagte Greenspan auf einer internationalen Währungskonferenz am Dienstag in Montreal.

Reuters MONTREAL. "Der Ausblick der Fed hat sich eigentlich seit Januar nicht grundlegend verändert", sagte Greenspan. Die US-Wirtschaft gehe derzeit durch eine "leichte Schwächephase", sei aber immer noch mitten in der Erholung. Die US-Wirtschaft habe sich in den vergangenen 18 Monaten beachtlich widerstandsfähig gezeigt, sagte Greenspan weiter.

EZB-Chef: Inflation bleibt bei zwei Prozent

Nahrungsmittel- und Ölpreise werden die Inflation in der Euro-Zone nach den Worten des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, vorerst bei rund zwei Prozent halten. Bei der Währungskonferenz in Montreal sagte der EZB-Chef am Dienstag: "Wir erwarten, dass sich die Inflation wärend der restlichen Zeit dieses Jahres um diese Zahl herum bewegt und auch im nächsten Jahr auf diesem Niveau verharrt oder im Jahresverlauf leicht darunter fällt". Die Entwicklung der Ölpreise und andere externe Faktoren stellten zwar ein Risiko für die wirtschaftlichen Aussichten der Euro-Zone dar, doch habe sich die Trendwende beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) bestätigt. "Unsere Erwartung einer Trendwende beim realen Wachstum des BIP in der Euro-Zone ist durch jüngst veröffentlichte Schätzungen bestätigt worden", sagte Duisenberg. Mit Blick nach vorn könne man feststellen, dass alle Prognosen ein Bild anhaltend schwacher, aber sich verstärkender Binnen- und Auslandsnachfrage zeichneten, fügte er hinzu.

Welteke: Deutschland zahlt noch für Wiedervereinigung

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft war nach den Worten von Bundesbank-Präsident Ernst Welteke enttäuschend. Die konjunkturelle Erholung stehe derzeit auf keiner sehr breiten Basis, sagte er. Bei der Währungskonferenz merkte Welteke am Dienstag aber an, Deutschland zahle noch immer einen wirtschaftlichen Preis für die Vereinigung beider deutscher Staaten. Dies dämpfe noch immer das wirtschaftliche Wachstum in Deutschland. "Es wird oft vergessen, dass wir vor zwölf Jahren 16 Millionen Menschen zur westdeutschen Bevölkerung hinzubekamen. Der negative Effekt aus der deutschen Verreinigung bremst noch immer das Wirtschaftswachstum", sagte er. Wachstumshemmend wirke sich darüber hinaus die mangelnde Flexibilität des deutschen Arbeitsmarktes aus, sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB). Das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsproduktes werde im zweiten Quartal 2002 moderat und werde im Gesamtjahr unter einem Prozent bleiben.

Trichet: Euro hat entscheidende Rolle

Der Euro hat bei der Wiederbelebung des Wirtschaftswachstums in der Euro-Zone nach den Worten des französischen Nationalbank-Präsidenten Jean-Claude Trichet eine entscheidende Rolle gespielt. Bei einer internationalen Währungskonferenz in Montreal sagte Trichet, der auch Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) ist, am Dienstag weiter, die Effektivität der Arbeitsmärkte in der Euro-Zone müsse verbessert werden. "Wir haben sehr ehrgeizige Ziele für die Arbeitsmärkte, namentlich, die Beschäftigung bis zum Jahr 2010 auf 70 Prozent zu steigern". Derzeit seien nur 63,9 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung beschäftigt, antwortete er auf entsprechende Fragen von Konferenzteilnehmern.

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