Auch für alte Hasen geeignet
Leitfaden warnt vor Fettnäpfchen

Dem Berufsanfänger drohen zu Beginn seiner Karriere oftmals viele Fettnäpfchen und Finten. Damit er nicht in die "Benimm-Falle" tappt, gibt ein Leitfaden Hilfe zum geschickten Umschiffen von Klippen im Berufsalltag.

HB MÜNCHEN. Meist knallen Sektkorken, wenn es nach Schule oder Uni mit "einer richtigen Stelle" klappt. Doch gibt es im Berufsleben Fettnäpfchen, in die der Anfänger allzu leicht tritt. Wann Duzen oder Siezen? Soll man/frau auf der Toilette Gespräche führen? Ist Eigenlob erlaubt, damit der Chef meine Arbeit zur Kenntnis nimmt. Und wann macht es Sinn, nach einer Gehaltserhöhung zu fragen? In erfrischend offener und direkter Sprache hat Susanne Reinker (41) eine "Erste Hilfe für den Berufsstart" (Untertitel) herausgegeben. Der Titel "Job-Lexikon" führt etwas in die Irre, denn blutleer oder abstrakt sind die mehr als 400 alphabetisch geordneten Stichwörter keineswegs.

"Es gibt zwar hunderte Ratgeber, wie man eine richtige Bewerbung schreibt oder später die Karriere plant, aber für das Überleben in den ersten Jahren nach dem Berufsstart ist auf dem Buchmarkt kaum etwas an Hilfen zu finden", erläutert die Autorin. Ihr Buch richte sich denn auch an alle, vom Bäcker bis zum Banker. Eigentlich jedes Problem kommt zur Sprache. Unter "Beziehungen, erotische" wird von Amouren am Arbeitsplatz abgeraten: ""Office fuck never luck". Auf Deutsch: Sex im Büro macht niemals froh."

In der Zentralverwaltung des Goethe-Instituts in München und als Pressesprecherin der Export- Union des Deutschen Films hat Reinker viele Chefs und Assistenten kennen gelernt. "Oft habe ich gedacht, gute Ausbildung, hoch intelligent, aber ein paar Umgangsformen und die Kenntnis von Grundregeln im Berufsleben könnten nicht schaden", erzählt sie. "In der Filmbranche lässt sich wie in einem Brennglas unsere Arbeitswelt beobachten", meint die Diplomübersetzerin und verweist auf ein hohes Arbeitstempo, eine schnell verderbliche Ware (Film) und eitle Menschen.

Insgesamt ist das Buch eine wahre Fundgrube auch für alte Hasen. Entscheidend sei nicht, dass man etwas im Prinzip weiß, sondern dass man es sich immer wieder bewusst macht und entsprechend handelt. Als wichtigste Grundhaltung gibt Reinker Berufsanfängern, die oft mit sich selbst beschäftigt sind, auf den Weg: "Mitdenken und anpacken."

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