Auch für Bergemann
Eon stellt erneut Antrag auf Ministererlaubnis

Der Energiekonzern Eon hat wie erwartet eine zweite Ministererlaubnis beim Bundeswirtschaftsministerium beantragt, um den Ruhrgas-Konzern auch gegen den erklärten Willen des Bundeskartellamtes übernehmen zu können.

Reuters BERLIN. Das Ministerium teilte am Mittwoch mit, Eon habe am Dienstag bei Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) den Antrag gestellt, den Erwerb des Ruhrgas Bergemann GmbH-Miteigentümers aus gesamtwirtschaftlichen Erwägungen zu genehmigen. Schon Mitte Februar hatte Eon um eine Erlaubnis des Ministers für die Übernahme von 51 % der Gelsenberg AG nachgesucht. Das Bundeskartellamt hatte beide Transaktionen untersagt, weil es eine Wettbewerbsbeeinträchtigung am Gasmarkt befürchtet. Die Bergemann GmbH verfügt über 34,8 % an Ruhrgas, Gelsenberg über 25,5 %.

Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, Eon habe darum gebeten, beide Anträge auf Ministererlaubnis gemeinsam zu prüfen und darüber zu befinden. In diesem Sinne werde das Ministerium auch verfahren. Entsprechend werde das Ministerium die Monopolkommission um eine zusammenfassende Stellungnahme zu den beiden Anteilserwerben bitten. Mit einer Ministerentscheidung sei dann im Juni 2002 zu rechnen.

Das Ministerium muss darüber befinden, ob die Übernahme von Ruhrgas durch Eon gesamtwirtschaftliche Vorteile bringt, die die vom Kartellamt angeführten wettbewerblichen Nachteile aufwiegen. Ein weiterer Grund für die Ministererlaubnis wäre, wenn das Ministerium ein überragendes Interesse der Allgemeinheit an der Übernahme sehen würde. Hierbei sei dann auch die Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Unternehmen auf den Märkten außerhalb Deutschlands zu berücksichtigen, hieß es in einer Erklärung des Wirtschaftsministeriums.

Über die Ministererlaubnis wird nach dem Willen von Müller dessen Staatssekretär Alfred Tacke befinden, womit Müller jeden Anschein einer Befangenheit vermeiden will. Der Minister hatte vor seinem Wechsel in die Politik unter anderem als Manager beim Veba-Konzern gearbeitet, der sich später mit der Viag zur Eon zusammengeschlossen hatte.

Eon sieht nach früheren Angaben gesamtwirtschaftliche Vorteile in einem Zusammenschluss mit Ruhrgas. Zudem würde sich durch die Fusion die Wettbewerbsfähigkeit von Ruhrgas auf ausländischen Märkten verbessern, hatte es geheißen.

In der Bergemann GmbH, deren Übernahme Eon sich nun vom Minister genehmigen lassen will, haben die RWE, Thyssen-Krupp, die britische Vodafone und die Ruhrkohle AG ihre Anteile an Ruhrgas gebündelt. In der Gelsenberg AG verwaltet die Deutsche BP ihren Anteil an Ruhrgas. Gelsenberg soll im Tausch gegen Veba Oel inklusive deren Tankstellen-Kette Aral an Eon gehen.

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