Auch für Briten die letzte Chance
„Doktor Eisenfaust" verspricht K.o.-Sieg

"Doktor Eisenfaust" nimmt einen neuen, seinen vielleicht letzten Anlauf. Schwergewichtler Witali Klitschko will sich am Samstag in Dortmund (22 Uhr/ZDF) mit einem Sieg im Kampf um die Internationale WBA-Meisterschaft gegen den Amerikaner Larry Donald endgültig das Mandat für einen Titelkampf im Frühjahr gegen Doppel-Weltmeister Lennox Lewis (Großbritannien) sichern.

HB/dpa SCHWERIN. "Der echte Sieg ist immer ein Sieg durch K.o. Ich werde den Kampf vorzeitig beenden", versprach der in Hamburg lebende 31-jährige Ukrainer vor seinem 33. Profi-Kampf (31 Siege, davon 30 K.o.).

Ursprünglich sollten sich beide Kontrahenten an selber Stelle bereits im Juli gegenüberstehen, aber Klitschko musste wegen einer Bandscheiben-Operation kurzfristig absagen. Der Eingriff war nur das Ende einer verletzungsbedingten Odyssee, die den einstigen Weltmeister in den vergangenen zwei Jahren ereilte. Im April 2000 verlor er wegen eines komplizierten Sehnenabrisses in der Schulter den WM-Titel an Byrd (USA) und musste ein halbes Jahr aussetzen. Im vergangenen Jahr zog sich Klitschko einen Kreuzbandriss zu und fiel acht Monate aus. Die letzte Kampfpause hätte ihm beinahe Platz eins in der Rangliste des World Boxing Council (WBC) gekostet.

Dieses Dilemma ist dem 2,02 Meter großen Recken erspart geblieben, und vielleicht schöpft er gerade daraus die Hoffnung auf ein glanzvolles Comeback. Meistertrainer Fritz Sdunek warnt aber vor übertriebenen Erwartungen. "Ich glaube schon, das Witali die zwölf Runden brauchen wird. Donald ist sehr schnell und kann einen Kampf mit seiner ausgezeichneten Führhand entscheiden", beschrieb er die Vorzüge des Amerikaners. Der 35-Jährige hat von seinen 43 Gefechten nur zwei verloren und weiß ebenso wie sein Kontrahent, dass es seine letzte Chance ist, um an das große Geld zu kommen. "Ich fühle, dass mein erster WM-Kampf nahe ist. Es gibt nichts, was Witali tun kann, um mich zu bezwingen", kündigte Donald unmissverständlich an.

Die brisante Konstellation hat Prominenz aus Übersee nach Deutschland gelockt wie lange nicht mehr. "Überflieger" Lewis will ebenso am Ring sitzen wie der berühmt-berüchtigte Promoter Don King, dessen Bruder Carl den Klitschko-Gegner managt. "Der schickt ganz bestimmt keine Anfänger", weiß Sdunek. Für Don King wäre ein Sieg Donalds endlich die ganz große Möglichkeit, mit Familienhilfe am Thron von Lewis zu rütteln und damit wieder das Monopol in der Königsklasse zu übernehmen.

Im Geschäftsinteresse übt sich der mittlerweile 71-jährige Promoter in Lobeshymnen für die Konkurrenz aus Hamburg. "Ich liebe die Klitschkos. Beide sind großartige Boxer", schwärmte King von den Ukrainern. "Beide werden ihre Chance auf einen großen Champions-Fight bekommen. Sie können dort auch ohne mich hinkommen, weil sie mit Klaus-Peter Kohl einen super Promotor haben", ergänzte er. Die Klitschkos werden in ein, zwei Jahren das Schwergewicht beherrschen, ist sich King sicher. Und er hofft dann, mit Universum-Promotor Kohl eng zusammenzuarbeiten.

Angesichts dieses Gipfeltreffens gerät das übrige Programm des Events, für das bereits rund 9 000 von 12 640 Karten verkauft wurden, zur Staffage. Eine Ausnahme könnte ein weiterer Schwergewichtskampf sein. Da versucht Luan Krasniqi (Rottweil), der seinen EM-Titel am 20. Juli an gleicher Stelle durch eine spektakuläre Aufgabe- Niederlage gegen den inzwischen ebenfalls entthronten Przemyslaw Saleta (Polen) verloren hatte, einen Neuanfang.

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