Auch für das Gesamtjahr weden schwarze Zahlen erwartet
Axel Springer Verlag wieder mit Gewinn

Der Axel Springer Verlag schreibt nach dem ersten Verlustjahr seiner Geschichte wieder schwarze Zahlen und erwartet auch im gesamten Jahr Gewinn.

dpa/HB BERLIN. Auf Grund der eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen rechne der Vorstand für das Gesamtjahr 2002 mit einem positiven Ergebnis, teilte Europas größtes Zeitungshaus am Mittwoch in Berlin mit. Voraussetzung sei, dass sich die Konjunktur nicht weiter verschlechtere.

Im ersten Halbjahr sei trotz anhaltend schwierigen Konjunktur- und Branchenumfeldes ein Überschuss nach Steuern und Abschreibungen von 72 Mill. Euro erzielt worden. Dies sei ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahresniveau um 58 Mill. Euro. Das operative Ergebnis sei um 8 Mill. auf 42 Mill. Euro gestiegen.

Im vergangenen Jahr war der Axel Springer Verlag erstmals mit 198 Mill. Euro in die roten Zahlen gerutscht. Ende Mai hatte Vorstandschef Mathias Döpfner bei der Bilanzvorlage von einer längeren Durststrecke für den Verlag und der größten Krise der Printmedien seit dem Zweiten Weltkrieg gesprochen. Auch ein erneuter Verlust war nicht ausgeschlossen worden.

Nach Darstellung des Verlages greift das Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm, das unter anderem den Abbau von zehn Prozent der Arbeitsplätze bis Ende 2003 und eine Bereinigung des Portfolios umfasst. Die "erheblichen marktbedingten" Rückgänge der Anzeigenerlöse seien kompensiert worden. Darüber hinaus hätten sich Sonderfaktoren positiv auf den Überschuss ausgewirkt. Das schwierige Marktumfeld erfordere allerdings weiter "diszipliniertes Kostenmanagement", erklärte Döpfner, ohne nähere Angaben zu machen.

Der Umsatz lag im ersten Halbjahr mit 1,368 Mrd. Euro um 4,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Anzeigenumsätze seien um 9,3 Prozent auf 528 Mill. Euro zurückgegangen. Die Zeitungen seien am stärksten von der "Anzeigendepression" betroffen gewesen. Ihre Gesamtumsätze seien um 6,4 Prozent auf 703 Mill. Euro zurückgegangen, wobei das Anzeigengeschäft um mehr als 11 Prozent abnahm. Die Zeitschriften steigerten dagegen ihre Umsätze leicht um 0,8 Prozent auf 373 Mill. Euro bei geringen Einbußen im Anzeigengeschäft. Die Buchumsätze seien entgegen dem Markttrend mit 77 Mill. Euro stabil geblieben. Die elektronischen Medien legten den Angaben zufolge um 15,8 Prozent auf 44 Mill. Euro zu.

Der Personalaufwand sei um 4 Millionen (- 0,9 Prozent) auf 450 Mill. Euro zurückgegangen. Der Einspareffekt werde überwiegend durch Tariferhöhungen und neue Aktivitäten kompensiert, hieß es. Der Axel Springer Verlag beschäftigte im ersten Halbjahr 2002 im Schnitt 13 598 Mitarbeiter. Das waren 540 weniger als im Vorjahreszeitraum. Anfang Juli waren noch 13 406 Mitarbeiter in dem Verlag tätig.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%