Auch Gesetzentwurf zur Umstrukturierung des Bankensektors vorbereitet
Ankara leitet Privatisierung von Türk Telekom ein

Die türkische Regierung leitet die Privatisierung des staatlichen Telefonkonzerns Türk Telekom und die Umstrukturierung des Bankensektors ein. Entsprechende Gesetzentwürfe sollen in den kommenden Tagen im Parlament beraten werden, wie Wirtschaftsminister Kemal Dervis am Sonntag in Ankara erklärte.

ap ANKARA. Eine Verabschiedung der Gesetze ist nötig, damit die Türkei neue Kredite über zehn Mrd. $ (22 Mrd. DM/elf Mrd. Euro) vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank zur Bekämpfung der schweren Finanzkrise erhält.

Die Regierung habe sich auf einen Entwurf verständigt, der den Verkauf eines Aktienpakets in Höhe von 45 % der Telekom erlaubt. Der Staat werde einen "goldenen Anteil" behalten, der sicherstelle, dass er die Kontrolle über Bereiche behalte, die für die nationale Sicherheit wichtig seien, sagte Dervis. Vor allem die Armee hatte Bedenken vor einer ausländischen Kontrolle des Telekommunikationsunternehmens angemeldet. Kritiker glauben aber, dass das Angebot von Minderheitsanteilen für potenzielle Käufer wenig attraktiv sein könnte. Bisherige Bemühungen, Aktienpakete bis zu 33 % zu verkaufen, scheiterten.

Die geplante Reform des Bankensektors gebe dem Staat größere Befugnisse als bisher einzugreifen, wenn Privatbanken in Schwierigkeiten geraten, sagte Dervis. Der türkische Staat hat in den vergangenen zwei Jahren 13 Privatbanken übernommen. Nach Ansicht von Analysten liegen der seit Februar andauernden Finanzkrise vor allem die Probleme im Banksektor zu Grunde. Die türkische Lira hat beträchtlich an Wert verloren, die Inflation steigt sehr stark an, und kurzfristig wird sogar mit einer Schrumpfung der Volkswirtschaft gerechnet.

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