Auch Gespräche mit Regierung geplant
Nato-Generalsekretär reist nach Mazedonien

Am dritten Tag der Nato-Mission in Mazedonien reist Nato-Generalsekretär George Robertson in das Balkanland und wird die ersten Ergebnisse der Mission überprüfen. Robertson wird am Mittwoch zudem in der Hauptstadt Skopje weitere Gespräche mit der mazedonischen Regierung führen.

Reuters SKOPJE. Unter dem Druck des Westens hatten sich die Regierung und die albanischen Kämpfer auf ein Ende der Gewalt verständigt Die Nato sammelt nun die Waffen der Freischärler ein. Die Rebellen haben die Abgabe von einer Verbesserung der Lage der albanischen Minderheit im Land abhängig gemacht. Wenige Stunden vor Robertsons Ankunft explodierte in der Nacht in einer von albanischen Kindern besuchten Schule in Skopje eine Bombe.

Ein Sprecher der mazedonischen Regierung verspottete die Mission der Nato am Dienstag als eine Sammlung lediglich museumstauglicher Stücke. Statt "Essential Harvest" (in etwa: notwendiges Einbringen (der Waffen)) müsse die Aktion "Museum Harvest" (in etwa: Ernte fürs Museum) heißen, sagte Antoni Milososki. Viele Mazedonier argwöhnen, dass die Rebellen lediglich einen Teil ihrer Waffen abgeben und schweres Gerät behalten. Am Dienstag meldeten die Nato-Truppen jedoch auch die Rückgabe schwerer Waffen wie Granatwerfer und Boden-Luft-Raketen. Nato-Vertreter wiesen die Kritik des Regierungsvertreters zurück und wiesen darauf hin, dass ihre Mission von der Regierung gewollt und Teil der Bemühungen sei, das Land vor einem Abrutschen in einen Bürgerkrieg zu bewahren.

Die mehrheitlich im Norden des Landes lebenden Albaner fordern eine Verbesserung ihres Minderheitenstatus. In der Folge der Angriffe der albanischen Rebellen sind die Beziehungen zur Mehrheit der Mazedonier angespannt. Bereits in der Nacht zu Montag waren in Skopje zwei Bomben explodiert. Bei dem Anschlag in der Nacht zum Mittwoch auf einen Schulhof in Skopje wurde nach Polizeiangaben niemand verletzt. Die Einsatzkräfte riegelten das Gelände zur Untersuchung ab.

Die Nato machte am Ende des zweiten Tages keine Angaben zur Zahl der eingesammelten Waffen. Als Ziel hat sie die Zahl 3300 genannt. In der ersten Woche soll etwa ein Drittel davon eingesammelt werden. Am ersten Tag gaben die Rebellen nach Nato-Angaben bereits mehr als 400 Waffen ab.

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