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Auch Haas nach Zittersieg in Runde zwei

Thomas Haas hat nach einer Tennis-Achterbahnfahrt gerade noch die Kurve bekommen und ist wohl behalten in der zweiten Runde der US Open angekommen.

dpa NEW YORK. Thomas Haas hat nach einer Tennis-Achterbahnfahrt gerade noch die Kurve bekommen und ist wohl behalten in der zweiten Runde der US Open angekommen.

Nach der letztjährigen Verletzungspause entging der Wahl-Amerikaner bei seiner Rückkehr nach New York dem Schicksal von Rainer Schüttler, der in hohem Bogen aus dem letzten Grand-Slam-Turnier dieser Saison geflogen war. Auch Haas verlor gegen den 32-jährigen Italiener Davide Sanguinetti nach flottem Start allerdings zeitweise die Kontrolle und wurde beim 6:1, 5:7, 6:2, 3:6, 6:2-Sieg mehr durch durchgeschüttelt, als ihm lieb war.

"Es ist einfach wurscht, wie man gewinnt. Ich bin froh, dass ich mein Spiel am Ende noch gefunden habe", sagte Haas erleichtert. Gegen den Franzosen Sébastien Grosjean muss sich der 26-Jährige nun steigern. "Das war vor langer Zeit mein Angstgegner. Er ist einer der Topspieler der Welt, da muss ich mein bestes Tennis zeigen", sagte Haas, der die ersten vier Vergleiche mit Grosjean verlor, die beiden bislang letzten aber gewann.

Hätte Haas seine Chancen gegen den leicht ergrauten Tennis-Lehrer Sanguinetti auch nach dem ersten Satz konsequent genutzt, wäre der zweite Sieg im zweiten Duell sicher leichter gefallen. Stattdessen warf Haas einmal voller Frust einen Tennisball über die Haupttribüne des 10 000 Besucher fassenden Louis-Armstrong-Stadiums.

Auf den ersten Auftritt nach dem Olympia-Aus hatte sich Haas schon seit einer Woche in Flushing Meadows vorbereitet. "Ich war besonders heiß auf das erste Match", sagte der in Florida lebende Deutsche, der wegen seiner Freundschaft mit Arnold Schwarzenegger auch den Parteitag der Republikaner in New York verfolgt und sich die Rede des Ex-Schauspielers und kalifornischen Gouverneurs im Fernsehen anschaute. "Ich fand sie ganz gut", meinte Haas, der in der vorigen Woche zu einer Party von Schwarzenegger eingeladen war.

Feiern durfte auch Philipp Kohlschreiber, und zwar den erstmaligen Einzug in die zweite Runde eines Grand-Slam-Turniers. Dort trifft der 20-Jährige auf den an Nummer 30 gesetzten Spanier Feliciano Lopez. "Er ist zwar Favorit, aber möglich ist alles", sagte der Bamberger. Beim Turnier in Dubai war er dem Linkshänder Lopez im März unterlegen, nachdem Kohlschreiber zuvor Schüttler bezwungen hatte. Beim ATP-Turnier in Auckland stand er im Januar immerhin im Viertelfinale und verpasste deswegen die Australian Open. Das Talent hofft, die Vorschusslorbeeren allmählich zu rechtfertigen: "Ich wurde zu hoch gelobt, das war zu früh. Jetzt habe ich meiner eigenen Nervosität stand gehalten, das hätte ich vor zwei Jahren vielleicht noch nicht geschafft", sagte Kohlschreiber nach dem 6:1, 6:1, 6:4-Sieg über den Franzosen Julien Benneteau.

Die Favoriten blieben dem Turnier auch nach dem dritten Tag allesamt noch erhalten. Der topgesetzte Schweizer Roger Federer zog mit 6:2, 6:7 (4:7), 6:3, 6:1 über den starken Junioren-Weltmeister Marcos Baghdatis aus Zypern ebenso in die dritte Runde ein wie Lokalmatadorin Jennifer Capriati beim 6:0, 6:2 über die Spanierin Magui Serna. Die Weltranglisten-Zweite Amélie Mauresmo aus Frankreich gewann 3:6, 6:2, 6:2 gegen Julia Wakulenko aus der Ukraine.

Im Doppel schaffte es auch der 37 Jahre alte Routinier Karsten Braasch mit seinem armenischen Partner Sargis Sargsian nicht, den Olympiasiegern Fernando Gonzalez und Nicolas Massu beizukommen. Die Chilenen setzten sich mit 7:6 (7:3), 6:4 durch. Bei den Damen startete die 47-jährige Tennis-Legende Martina Navratilova mit Partnerin Lisa Raymond erfolgreich in ihr letztes Grand-Slam-Turnier.

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