Auch Handelsverbände unter Boykottverdacht
Bundeskartellamt nimmt Duales System ins Visier

Das Bundeskartellamt hat in einer groß angelegten Aktion Geschäftsräume der Entsorgungsfirma "Der Grüne Punkt - Duales System Deutschland AG" (DSD) sowie von sieben Verbänden des Handels und der Ernährungsindustrie durchsucht.

ap BONN. Es bestehe der Verdacht, dass das Entsorgungsunternehmen und die Verbände unrechtmäßig dazu aufgerufen hätten, Konkurrenten des Dualen Systems zu boykottieren, bestätigten die Wettbewerbshüter am Mittwoch auf Anfrage. Kartellamtspräsident Ulf Böge sagte: "Wenn sich der Verdacht des Boykottaufrufes bestätigt, wäre dies ein schwerer Verstoß gegen das Kartellgesetz, zumal DSD quasi eine Monopolstellung inne hat."

Die DSD soll den Vorwürfen zufolge auf Unternehmen eingewirkt haben, keine Vereinbarungen mit so genannten "Selbstentsorgern", besonders dem Konkurrenten Belland Vision GmbH, abzuschließen. Auch den Verbänden werde vorgeworfen, ihren Mitgliedern vom Abschluss eines Versorgungsvertrages mit den Wettbewerbern der DSD abgeraten haben und dabei deutlich über eine bloße Information, Anregung oder Meinungsäußerung hinausgegangen sein, hieß es.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte das Bundeskartellamt ein Bußgeld bis zu einer Million Mark verhängen. Nach dem Kartellgesetz dürfen Unternehmen oder Verbände nicht in der Absicht, bestimmte Unternehmen unbillig zu beeinträchtigen, zu Liefer- oder Bezugssperren aufrufen.

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