Auch in den USA ist die Situation für Börsengänge schwierig
Wall Street: Nur profitable Unternehmen haben Chancen

Unternehmen, die den Börsengang an der Wall Street wagen, haben nur dann eine Chance, wenn sie profitabel arbeiten. Für drei der sieben Kandidaten dieser Woche trifft das nicht zu.

NEW YORK. Bis zum Wochenende könnte in den USA für den leidgeprüften Markt für Börsengänge (IPO) neu die Weichen gestellt werden. Sieben Unternehmen haben bis dahin ihr IPO angekündigt. Auch wenn in letzter Zeit der eine oder andere Börsengang erfolgreich verlaufen ist, so bleibt die Zahl der IPOs noch immer verschwindend gering. In der vergangenen Woche konnte zwar der Textilhändler Aeropostale Inc. bei seinem Börsengang 54 % Gewinn am ersten Handelstag melden. Doch in eben dieser Woche hatten von sechs angekündigten Börsengängen nur drei Kandidaten den Schritt aufs Parkett auch getan.

Die Stimmung gleicht der in Europa: Investoren haben nach empfindlichen Verlusten das Interesse an IPOs verloren. Gleichzeitig glauben immer mehr Privatunternehmen, dass der Schritt an die Börse für sie nicht der richtige ist - zumindest in naher Zukunft. Hinzu kommt, dass die Hürden für einen Börsengang höher gelegt wurden: IPO-Kandidaten müssen heute bereits rentabel sein, um überhaupt eine Chance zu bekommen. "Der Markt ist offen für bestimmte Kandidaten", urteilt Donna Petkanics von der Kanzlei Wilson Sonsini Goodrich & Rosati. "Unternehmen mit guten Fundamentaldaten finden durchaus Anleger."

So wie Aeropostale, der kleine, auf Teenager-Mode spezialisierte Textilhändler, der nach dem Online-Zahlungsunternehmen Pay Pal (54,5 %) im Februar und der Fluglinie Jetblue Airways (67 %) im April das drittbeste Börsendebüt in diesem Jahr hinlegte. Nach dem 54,2 %-Kursgewinn am ersten Handelstag verloren Aeropostale zwar wieder, lag aber gestern mit 25,75 $ weit über Ausgabepreise von 16 $.

Als Regel für die Erfolgsaussichten lässt sich folgendes ableiten: Eine Chance haben die Unternehmen, die rentabel sind oder bei denen es so aussieht, als ob sie in den kommenden Quartalen rentabel werden. Das ist bei drei der sieben bis zum Wochenende anstehenden Börsengänge nicht der Fall. Hierzu gehören Liquidmetal Technologies, ein Hersteller von Metall-Legierungen aus Florida, der 80 Mill. $ aufnehmen will, das Softwareunternehmen Altiris aus Utah (55 Mill. $) und Netfix, ein Online-DVD-Verleih aus Kalifornien (77 Mill. $).

Die anderen vier IPO-Kandidaten dagegen sind rentabel: Der Generika-Konzern Eon Labs bietet 9,8 Mill. Aktien zu 14 bis 16 $ pro Aktie an, der IT-Spezialist SRA International 4,4 Mill. Anteile zu 16 bis 18 $. Der im Krankenhaussektor tätige Software- und Hardware-Spezialist Computer Programs & Systems Inc. plant eine Emission von 52,5 Mill. $ und der Gas-Produzent Markwest Energy Partners will 40 Mill. $ über die Börse einnehmen.

Quelle: Wall Street Journal/Handelsblatt

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