Auch in Deutschland wieder ein Anziehen der Geschäfte
EMI zeigt weiter Wachstum in der Euro-Zone

Die Industrie-Geschäftstätigkeit in der Euro-Zone ist nach einer Umfrage unter Einkaufsmanagern im Juni weiter gestiegen.

Reuters LONDON. Erstmals seit März 2001 verzeichnete auch die deutsche Industrie ein Wachstum. Nach Einschätzung von Analysten bestätigen die Daten die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrer abwartenden zinspolitischen Haltung.

Der Reuters-Einkaufsmanager-Index (EMI) für die Euro-Zone stieg im Juni auf 51,8 Punkte von 51,5 Zählern im Vormonat, wie die Forschungsgruppe NTC, die den Index im Auftrag von Reuters ermittelt, am Montag mitteilte. Analysten hatten im Durchschnitt einen Wert von 51,7 Punkten erwartet.

Wenngleich der Index den höchsten Stand seit Februar 2001 erreicht hatte, signalisierten die Umfragedaten nach Angaben der Konjunkturforscher weiterhin nur ein mäßiges Wachstum in der Industrie der Euro-Zone. "Die durch den EMI angedeutete Expansion im verarbeitenden Gewerbe der Euro-Zone blieb moderat und verharrte weiterhin unter dem Niveau des zweiten Halbjahres 1999 und des Jahres 2000", teilte NTC mit.

Der jüngste Anstieg des EMI sei vornehmlich auf steigende Produktionszahlen und stärkere Auftragseingänge zurückzuführen, teilte NTC weiter mit. Der Teilindex der Produktion sei den fünften Monat in Folge gestiegen und signalisierte zugleich das höchste Wachstumstempo seit 16 Monaten. Der Produktionsindex kletterte im Juni auf 53,5 Punkte von 53,4 im Vormonat. Ein Wert über 50 Punkten deutet auf ein Wachstum hin, ein Punktestand unterhalb dieser Marke auf eine Schrumpfung.

EMI signalisiert wieder Wachstum

Erstmals seit März vergangenen Jahres haben auch in Deutschland die Einkaufsleiter und Geschäftsführer der Umfrage zufolge wieder ein Anziehen der Geschäfte gespürt. Der saisonbereinigte Index für die größte Volkswirtschaft Europas stieg auf 50,2 Punkte von 49,8 Zählern im Vormonat. "Obwohl das ausgewiesene Wachstum äußerst gering ausfiel, markiert der Juniwert eine signifikante Verbesserung der Datenreihe seit dem im vergangenen Oktober gemessenen Rekordtief vom 42,0", teilte NTC weiter mit. Zum Index-Anstieg habe insbesondere die starke Produktion bei Investitionsgütern beigetragen. Der Produktionsindex kletterte in Deutschland zum fünften Mal in Folge und signalisierte mit 51,9 Punkten den höchsten Zuwachs seit März 2001.

Die Zahl der Neuaufträge in der Euro-Zone ist nach Angaben der Wirtschaftsforscher den fünften Monat in Folge und mit 53,1 Punkten auf das höchste Niveau seit Januar 2000 gestiegen. In Deutschland hingegen deute ein Indexstand von 50,1 Punkten einen nur geringen Zuwachs bei den Auftragseingängen an. Trotz der steigenden Produktionszahlen halte sich die Industrie aber bei der Aufstockung des Personals zurück.

Der Beschäftigungsindex weist den NTC-Daten zufolge den 13. Monat in Folge auf einen Stellenabbau im verarbeitenden Gewerbe der Euro-Zone hin, wenngleich das Tempo sich weiter verringert hat. In Deutschland stieg der Teilindex Beschäftigung auf 47,8 Punkte von 46,6 Zählern im Vormonat, zeigte damit aber weiter eine Schrumpfung. Weitere Zuwächse verzeichneten die befragten Einkaufsmanager laut NTC bei den Einkaufspreisen. Der entsprechende Teilindex stieg in der Euro-Zone auf 57,4 Punkte von 56,0 im Vormonat, was weitgehend auf einen Preisanstieg bei einer Reihe von Rohstoffen zurückgeführt worden sei. Das Tempo liege aber noch unter dem Niveau des Jahres 2000.

Daten bestätigen EZB-Geldpolitik

Analysten sehen im EMI-Anstieg eine weitere Bestätigung für ein moderates Voranschreiten der Konjunkturerholung. "Es war sowohl für die Euro-Zone als auch für Deutschland eine leichte Verbesserung, die im Rahmen der Erwartungen ausfiel", sagte Ralph Solveen von der Commerzbank in Frankfurt. "Angesichts der Werte über 50 scheint es, dass der Aufschwung unterwegs ist und dass die Impulse einer expansiven Geldpolitik und der bessere Ausblick für die weltweite Wirtschaft in diesem Jahr das Wachstum in der Euro-Zone unterstützen werden", fügte er hinzu. Nach Einschätzung von Guillaume Menuet von 4Cast in London sind die Zahlen im Einklang mit der Erwartung, dass die EZB nicht vor Ende des dritten Quartals die Zinsen erhöhen dürfte. Die nächste Zinssitzung der EZB findet am Donnerstag in Luxemburg statt.

Für den Reuters-Index werden monatlich rund 2 500 Unternehmen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien Irland, Österreich, Griechenland und den Niederlanden befragt. Diese Länder machen rund 92 Prozent der Industrieaktivität der Euro-Zone aus.

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