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Auch in Krisenzeiten beim Chef melden

Auch zu Zeiten von Hochwasserkatastrophen müssen sich Arbeitnehmer bei ihrem Chef melden. "Nur bei schneller Information kann mit dem Arbeitgeber besprochen werden, ob die Anfahrt zum Arbeitsplatz überhaupt möglich ist und ob die eigenen oder die betrieblichen Belange im Vordergrund stehen", sagte Klaus Bepler vom Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt.

dpa/HB ERFURT. Ferner riet der BAG-Sprecher, rechtzeitig das Thema Lohnfortzahlung zu besprechen.

"Laut Gesetz und BAG Rechtsprechung liegt das Risiko für die Anfahrt zur Arbeit beim Arbeitnehmer", erklärte Bepler. Könne der Arbeitnehmer wegen der Verkehrsbedingungen nicht zur Arbeit kommen, stehe ihm kein Lohn für die Zeit zu. "Um dem zu entgehen, kann man den Chef um bezahlten Urlaub oder bezahlten Zusatzurlaub bitten."

Bei der Frage, ob ein Arbeitnehmer trotz der Katastrophe zur Arbeit kommen müsse, sei die Zumutbarkeit entscheidend. Dies gelte sowohl für die Anfahrt zum Unternehmen als auch für die persönliche Situation des Arbeitnehmers. "Wenn dessen Haus oder Wohnung unter Wasser steht, wird er natürlich zu Hause Hab und Gut sichern beziehungsweise später aufräumen wollen." Je nachdem welche Interessen der Chef habe, könne das aber problematisch sein.

"Braucht der Arbeitgeber den Arbeitnehmer, um den Betrieb vor Schäden durch die Katastrophe zu sichern, kann dessen Wegbleiben Schaden verursachen", erklärte der Jurist. Ähnliches könne aus betrieblichen Gründen gelten. "Hier müssen die Interessen abgewogen werden." Grundsätzlich gilt: "Hat der Chef keine gewichtigeren Argumente für die Anwesenheit am Arbeitsplatz, geht die Existenz- und Eigentumssicherung vor."

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