"Auch in schwieriger Zeit aufwärts"
VW offenbar mit Absatzrückgang in den vergangenen Wochen

Der Volkswagen-Konzern hat in den vergangenen Wochen offenbar Absatzeinbußen hinnehmen müssen. "Bisher liegen wir konzernweit im Verkauf rund 2,1 % über dem Vorjahr", sagte Firmenchef Ferdinand Piech der Zeitung "Die Welt" einem Vorabbericht vom Sonntag zufolge. Im September hatte VW bei der Vorlage der Konzernzahlen für die ersten acht Monate 2001 noch einen Zuwachs von 2,7 % auf 3,48 Millionen verkaufte Fahrzeuge ausgewiesen.

rtr BERLIN. Allerdings haben die meisten Automobilhersteller seit den Anschlägen in den USA am 11. September und einer damit einhergehenden Kaufzurückhaltung der Verbraucher Absatzeinbußen hinnehmen müssen. Große Autobauer wie etwa der US-Konzern Ford waren dabei sogar tief in die Verlustzone gerutscht.

"Wir sind immer noch optimistisch, dass es auch in dieser schwierigen Zeit weiterhin aufwärts geht", sagte Peich weiter. "Trotz aller Probleme korrigieren wir unsere Prognosen nur geringfügig." Welche Zahlen genau dabei korrigiert wurden, ging aus dem Interview nicht hervor. Auch der genaue Zeitpunkt, bis wann der Absatzzuwachs von 2,1 % erreicht wurde, blieb zunächst offen.

Volkswagen hatte bereits vor den Anschlägen in den USA erklärt, im laufenden Geschäftsjahr ein höheres Ergebnis als im Jahr 2000 zu erreichen, aber die ursprünglich angepeilte Umsatzrendite von 6,5 % zu verfehlen.

Piech sagte weiter, aus heutiger Sicht werden der Konzern zum Ende des dritten Quartals im Ergebnis und im Volumen zugelegt haben.

Gedämpfte Hoffnungen für US-Markt

Für den US-Markt seien die Hoffnungen des Autoherstellers etwas gedämpfter, sagte Piech weiter. "Doch das können wir kompensieren."

VW werde zudem auf der kommenden Sitzung des Aufsichtsrates eine neue Struktur bei seinen Fahrzeug-Produkten verabschieden. Dabei werde es eine klassische Division mit den Marken Volkswagen, Skoda und Bentley und eine sportive Division mit den Marken Audi, Lamborghini und Seat geben, sagte Piech. Die Marke Bugatti laufe über allem. Die Gruppen würden eine jeweils eigene Führung bekommen und die Namen der Verantwortlichen nach der Sitzung des Aufsichtsrates bekannt gegeben. Den Vorteil dieser Konstruktion sehe er darin, dass die kleinen Marken enger an die Mutter angegliedert würden und deren Produktangebot ergänzten.

Auf die Frage, ob das Bemühen bei VW um weitere Marken für die Konzernpalette eingestellt sei, sagte Piech: "Nur bei der Nutzfahrzeug-Planung werden wir zur passenden Gelegenheit noch einmal aktiv."

Piech schloss zudem einen Einstieg von VW in die Formel 1, über die zuletzt in Medien spekuliert worden war, nicht aus. "Das kann sein", antwortete der Firmenchef auf die Frage, ob der Autohersteller sich nun auch in der extrem teuren Formel 1 engagieren wolle. Wenn andere die Kosten übernehmen würden, schließe er dies in der Zukunft nicht aus. "Doch ohne Geld gibt es keine Musik."

Dennoch werde auch die Idee eines 1-Liter-Autos weiterverfolgt. "Bis zum Ende meiner Amtszeit (Ende April 2002) werde ich diesen Kraftstoffsparwagen gefahren haben. Das ist sicher", sagte Piech.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%