Auch Intershop profitiert von Broadvision-Ergebnis
Broadvision-Aktie von guten Zahlen beflügelt

Die Quartalszahlen des Softwareherstellers Broadvision sind nach Analysteneinschätzung überraschend gut ausgefallenen und beflügeln den Kurs der am Neuen Markt notierten Aktie.

Reuters FRANKFURT. Zeitweise stiegen die Papiere um knapp 26 % auf 2,78 Euro. "Das Quartalsergebnis sieht zwar in absoluten Zahlen nicht gut aus, ist aber wesentlich besser als die Schätzungen ausgefallenen", sagte Matthias Dürr, Broadvision-Analyst der DZ Bank. Händler sagten, die Aktie sei wieder gesucht. Allerdings handele es sich auch um viele so genannte Short-Eindeckungen. Dabei hätten Investoren zuvor mit Leerverkäufen auf fallende Kurse spekuliert und müssten nun angesichts der steigenden Kurse ihre Positionen glattstellen, um die eigenen Verluste zu begrenzen.

Am Vorabend hatte Broadvision nach dem Börsenschluss in den USA mitgeteilt, im dritten Quartal ein Pro-Forma-Verlust je Aktie von sechs US-Cents (Vorjahresquartal: plus fünf Cents) erzielt zu haben. Analysten hatten durchschnittlich mit minus elf Cents gerechnet. Außerdem wies das Unternehmen einen Verlust von 16,7 Mill. $ nach einem Gewinn von 13,6 Mill. $ im Vorjahresquartal aus. Auch der Umsatz fiel trotz stark rückläufiger Tendenz höher als erwartet aus.

"Die Zahlen haben uns überrascht und sehen auf den ersten Blick sehr gut aus", sagte ein Börsianer. "Die Aktie wird wieder gesucht." Allerdings habe sich die Softwarebranche noch lange nicht erholt, weswegen in den kommenden Tagen nicht zwingend mit weiter steigenden Kursen zu rechnen sei, sagte ein anderer Händler. "Das ist wahrscheinlich das Ende der Fahnenstange", sagte der Händler mit Blick auf die heutigen Kursgewinne.

Positiv an den Zahlen sei in erster Linie, dass die Lizenzerlöse im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal nur marginal abgenommen hätten, sagte DZ Bank-Analyst Dürr . "Das ist ein deutlicher 'slowdown'. Vom ersten zum zweiten Quartal hatte es noch einen starken Einbruch gegeben." Außerdem sei es auf der Kostenseite zu sehr starken Reduzierungen gekommen. Sobald die Lizenzerlöse wieder anziehen sollten, sei mit einer schnellen Rückkehr in die Gewinnzone zu rechnen. "Auf Quartalsbasis wird Broadvision im nächsten Jahr wieder Gewinne erwirtschaften", sagte Dürr.

Indessen stiegen die Papiere des type="organisation" value="US1114126071">Broadvision-Konkurrenten Intershop zeitweise um mehr als zwölf Prozent auf 2,40 Euro. Der deutsche Softwareanbieter wird voraussichtlich am kommenden Mittwoch über die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal 2001 berichten. Analysten rechnen durchschnittlich mit einem Umsatzeinbruch auf 18,54 Mill. Euro. Im Vorjahresquartal hatte Intershop noch Erlöse in Höhe von 35,21 Mill. Euro erzielt. Außerdem erwarten die Experten im Schnitt einen Verlust von 33,98 (Vorjahresquartal: minus 9,80) Mill. Euro.

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