Auch Ish eingeschlossen
Liberty prüft TV-Partnerschaften mit Callahan in Europa

Der US-Medienkonzern Liberty Media prüft nach Angaben aus Kreisen weiterhin Möglichkeiten für Kabelfernseh-Partnerschaften mit seinem heimischen Konkurrenten Callahan Associates in Europa.

Reuters AMSTERDAM. In mit der Angelegenheit vertrautenden Kreisen hieß es am Dienstag, die Gespräche schlössen auch die in Nordrhein-Westfalen tätige Kabel-TV-Gesellschaft Ish ein, deren Holding Konkursantrag gestellt habe. Bei dieser Holding sei Callahan Minderheitsaktionär und verantwortlich für die Aktivitäten von ish. Ish erreiche etwa vier Mill. Haushalte und setze jährlich 380 Mill. Euro um.

Auch mit anderen von Callahan betriebenen oder von ihm kontrollierten europäischen Gesellschaften - sowohl in Deutschland als auch im benachbarten Belgien - diskutiere Liberty Media mögliche Kooperationen, hieß es in den Kreisen. Basis möglicher Partnerschaften könnten die von Liberty kontrollierten Netze in Deutschland, den Benelux-Ländern und Frankreich sein. "Das macht Sinn. Die Netze liegen eng beieinander und haben alle Bedarf an TV-Programmen", hieß es in mit der Materie vertrauten Kreisen.

Anderen Kreisen zufolge beraten Liberty Media und Callahan regelmäßig über eine Reihe von Themen. Diese Gespräche zwischen Top-Managern beider Unternehmen hätten in den USA stattgefunden, von wo aus Liberty-Chef John Malone und Dick Callahan ihre Medienimperien steuern, die jeweils stark in Europa engagiert sind. Ein Callahan-Sprecher sagte, es habe keine formellen Gespräche mit Liberty gegeben, allerdings diskutiere Callahan von Zeit zu Zeit geschäftliche Möglichkeiten mit Liberty.

Beim jüngsten Bietverfahren für die zum Verkauf stehenden Kabelnetze der Deutschen Telekom zählt Liberty Media nicht mehr zu den bevorzugten Bietern. In Kreisen wurde dies damit begründet, dass Liberty keine grundsätzliche Änderung ihrer Geschäftsstrategie beim Kabel-Fernsehen gegenüber dem Bundeskartellamt habe erkennen lassen. Am Einspruch der deutschen Wettbewerbshüter war im Februar dieses Jahres der Komplettverkauf der restlichen TV-Kabelnetze der Deutschen Telekom an Liberty für 5,5 Mrd. Euro gescheitert.

Dennoch ist Liberty Media den Kreisen zufolge weiter an einem Einstieg in Deutschland interessiert. Ein Liberty-Sprecher wollte zwar keine Einzelheiten nennen, sagte aber: "Wir beobachten weiterhin eine Reihe von Möglichkeiten in Deutschland." Nach der jüngsten Analyse der US-Investmentbank Merrill Lynch verfügt Liberty Media über freie Barmittel in Höhe von 2,3 Mrd. $ bei Verbindlichkeiten von 6,3 Mrd. $.

Liberty und Callahan haben Kreisen zufolge in der Vergangenheit mehrfach über Kooperationen gesprochen, aber nie eine Vereinbarung getroffen. Da sich die finanzielle Situation Callahans verschlechtert habe, sei nicht auszuschließen, dass dieser es nun möglicherweise begrüßen würde, Investitionen in Netzwerke, Technologie-Entwicklung und Fernsehprogramme zu teilen.

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