Auch Joschka Fischer erhält mehr Zustimmung
Schröder bei deutschen Top-Managern im Image-Hoch

Mit seinem Krisenmanagement nach den Terror-Anschlägen gegen die USA hat Bundeskanzler Gerhard Schröder bei den Top-Managern der deutschen Wirtschaft einen Sprung nach oben in der Leistungsbeurteilung erreicht. Gegenüber dem Vormonat September, der noch ganz unter dem Eindruck der konjunkturellen Talfahrt stand, hat sich im Oktober 2001 die Note des Kanzlers auf einer von 1="sehr gut" bis 5="sehr schlecht" reichenden Skala von 3,4 auf 2,6 stark verbessert. Dies ergab die repräsentative Befragung im Rahmen des Handelsblatt Business-Monitors (Freitagausgabe) im Oktober.

DÜSSELDORF. Eine Änderung der Durchschnittsbewertung in diesem Umfang (0,8 Punkte) innerhalb nur eines Monats ist in den bisherigen Erhebungen zum Business-Monitor noch nicht beobachtet worden; selbst der heftige Imageeinbruch der CDU/CSU auf Grund des Parteispendenskandals Ende 1999 vollzog sich nur über einen längeren Zeitraum. Zu-sammen 48 Prozent der Führungskräfte (+36 Punkte gegenüber September 2001) bezeichnen im Oktober Schröders Arbeit als (sehr) gut, nur noch 12 Prozent (gegenüber 44% im Vormonat) als (sehr) schlecht, die übrigen 40 Prozent (-4) als befriedigend. Auch Außenminister Joschka Fischer von den Grünen wird im Oktober 2001 vermehrtes Lob seitens der Top-Manager zuteil. Mit einer Durchschnittsnote von 2,4 (nach 2,6 im September) überflügelt er sogar weiterhin den Kanzler.

Hingegen hat Verteidigungsminister Rudolf Scharping die brisante internationale Lage, in der auch ein militärischer Beitrag der Bundeswehr zur internationalen Anti-Terror-Allianz im Raum steht, nicht zu einer Verbesserung der eigenen Reputation nutzen können. Zwei Drittel der Top-Manager (66%; +13 gegenüber September 2001) bewerten seine Arbeit als (sehr) schlecht. Die Durchschnittsnote für den Verteidigungsminister sackt mit 3,9 (September: 3,6) auf den bisher niedrigsten Stand für ihn ab.

Trotz der Zustimmung zum Krisenmanagement des Bundeskanzlers ist die Wirtschaft nicht mit allen Maßnahmen zur Terror-Bekämpfung einverstanden. Die von der rot-grünen Bundesregierung geplante Finanzierung des Maßnahmenpakets zur Terrorbekämpfung durch Erhöhungen der Tabak- sowie der Versicherungssteuer halten zwei Drittel (69%) der Top-Manager für den falschen Weg.

Zwei von fünf Top-Managern: Höhere Defizite in Kauf nehmen

Im Oktober 2001 fordern 44 Prozent der deutschen Top-Manager, die Bundesregierung solle zur Stabilisierung der Konjunktur höhere Haushaltsdefizite in Kauf nehmen. Nur noch eine knappe Mehrheit (54%) tritt hingegen dafür ein, die Neuverschuldung des Bundes solle wie bisher vom Finanzminister geplant reduziert werden. Im Baugewerbe sowie im Branchenbereich Grundstoffe/Chemie/Kunststoff plädieren sogar Mehrheiten (60% bzw. 57%) für eine stärkere Neuverschuldung zur Ankurbelung der Konjunktur. Damit bröckelt die Front unter der Wirtschaftselite für ein striktes Festhalten am Sparkurs weiter: Im September 2001 hatten dies noch 71 Prozent gefordert, im Mai 2001 sogar 83 Prozent.

Im Auftrag des Handelsblatts nimmt das Psephos-Institut für Wahlforschung und Sozi-alwissenschaft (Hamburg-Potsdam-Bonn) Befragungen eines repräsentativen Panels von Führungskräften der Wirtschaft in Deutschland vor. Diese werden - mit Ausnahme der Sommerpause - monatlich durchgeführt. Im Rahmen des Business-Monitors im Oktober wurden vom Psephos-Telefonstudio, Hamburg, 805 Führungskräfte in der Zeit vom 1. bis 12. Oktober 2001 mit einem standardisierten Fragebogen befragt. Auf Grund der Stichprobenanlage ist die Befragung repräsentativ.

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