Auch Kritik
IG Metall begrüßt Hartz-Vorschläge

Die IG Metall stimmt den Vorschlägen der so genannten Hartz-Kommission zur Reform des Arbeitsmarktes grundsätzlich zu, sieht aber in Detailfragen Korrekturbedarf.

dpa FRANKFURT/MAIN. Das Ziel, zwei Millionen Menschen wieder in Arbeit zu vermitteln, sei wichtig und richtig, sagte IG-Metall-Chef Klaus Zwickel am Montag in Frankfurt. Dazu müssten alle Beteiligten neue Wege gehen. "Die IG Metall ist dazu bereit." Unter Bedingungen könne die Gewerkschaft das Projekt als ein bis Ende 2005 befristetes Pilotprojekt mittragen.

Allerdings sei er nicht in allen Punkten mit den Vorschlägen einverstanden, sagte Zwickel: An einigen Stellen schieße die Hartz- Kommission über das Ziel hinaus. Die IG-Metall lehne etwa die vorgeschlagene Absenkung der Arbeitslosenhilfe auf Sozialhilfeniveau ab. "Da steht die SPD im Wort", sagte Zwickel mit Blick auf das SPD - Wahlprogramm. Auch dürfe es nicht zu einer pauschalen Kürzung des Arbeitslosengeldes kommen. Als Versicherungsleistung hätten Arbeitslose einen Anspruch darauf erworben.

Die von der Hartz-Kommission angestrebte Halbierung der Arbeitslosenzahl hält Zwickel für realistisch - vorausgesetzt, die Wirtschaft könne tatsächlich wie seit Jahren behauptet 1,5 Millionen freie Arbeitsplätze nicht besetzen. "Auf dem Prüfstand steht jetzt die Wirtschaft", sagte Zwickel und forderte die Unternehmen auf, die freien Stellen den Arbeitsämtern zu melden und sie rasch zu besetzen. Auch Zeitarbeit könnte dabei nach Ansicht der IG Metall helfen. Sie sei oft eine Brücke zu einem Dauerarbeitsverhältnis. Allerdings müssten für die Leiharbeitnehmer, die von den vorgeschlagenen Personal-Service-Agenturen vermittelt werden sollen, sämtliche tarifvertraglichen Regelungen der jeweiligen Unternehmen ohne Einschränkung gelten.

Im jetzigen Stadium gehe es um die Konzentration auf die Richtung, sagte Zwickel. In den Details seien sicher noch Korrekturen nötig. Eine Qualifizierungs- und Vermittlungsoffensive sei überfällig. Erst nach durchschnittlich 33 Wochen finde ein Arbeitsloser einen neuen Job. Schnellere Vermittlung setze aber die Kooperation der Wirtschaft voraus. "Sie darf nicht nur jammern und die Arbeitsverwaltung madig machen. Sie muss selbst mehr tun."

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