Auch Leo Kirch hatte Interesse
Günther Netzer erhält Kirch-Sportrechte

Der Sportrechtehandel der insolventen Kirch-Media wird an das Management um den Ex-Fußballstar Günther Netzer verkauft. Der Gläubiger-Ausschuss segnete auf seiner Sitzung am Donnerstag den Verkauf ab. Der Kaufpreis liege im dreistelligen Millionen-Bereich, sagte Kirch-Media-Geschäftsführer Hans-Joachim Ziems am Donnerstag in München.

HB/dpa MÜNCHEN Zum Sportrechte-Bereich der Kirch-Media gehören die Rechte für die Fußball-Bundesliga und die Weltmeisterschaft 2006. Die Entscheidung über den Verkauf der restlichen Teile der Kirch-Media soll am 30. Oktober fallen.

Für einen Erwerb der Sportrechte hatte sich auch Leo Kirch interessiert. Nun setzte sich aber erwartungsgemäß das Modell eines "Management-Buy-Out" durch. Auch der Welt-Fußballverband FIFA favorisierte dem Vernehmen nach diese Lösung. Als Kaufpreis waren zuletzt Beträge zwischen 300 und 500 Mill. Euro im Gespräch. Das Management um Netzer wird vom früheren adidas-Chef Robert Louis- Dreyfus als Finanzier unterstützt. Es erwirbt nun die Kirch Sport AG mit Sitz im schweizerischen Zug, die Buli GmbH, in die die Bundesliga-Rechte ausgegliedert wurden, und weitere Firmen.

Im Rennen um den Filmrechtehandel und den TV-Konzern Pro Sieben SAT.1 sind noch drei Konsortien. Die Commerzbank bestätigte am Donnerstag, die Seiten gewechselt zu haben. Das Kreditinstitut schloss sich dem Konsortium um die Altgesellschafter an. Bisher hatte die Commerzbank gemeinsam mit dem US-Studio Columbia geboten. "Dieses Bündnis konnte nicht konkurrenzfähig bieten», sagte ein Commerzbank - Sprecher in Frankfurt.

Die Chancen des Altgesellschafter-Konsortiums mit der US-Bank Lehmann Brothers, dem saudischen Prinz Al Walid und dem Handelskonzern Rewe dürften mit der Unterstützung eines deutschen Kreditinstituts jetzt gestiegen sein. Daneben sind derzeit auch noch der Hamburger Bauer-Verlag und der Springer-Verlag mit der HypoVereinsbank sowie der französische Fernsehsender TF1 und der US- Milliardär Haim Saban im Rennen. Columbia wird sich voraussichtlich in den nächsten Tagen noch dem Bauer-Bündnis anschließen. Die derzeitigen Gebote liegen laut Branchenschätzungen bei etwa zwei Milliarden Euro. "Sie liegen alle sehr nah aneinander", sagte Ziems. Es gebe keinen Sympathie-Bonus, die Entscheidung Ende Oktober werde sich vor allem am Preis orientieren.

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