Auch Michael Rich macht sich Hoffnungen
Ullrich unter Gold-Druck

Der Gold-Auftrag für das olympische Zeitfahr-Rennen am Mittwoch in Vouliagmeni über 48 km kommt nicht nur aus der Öffentlichkeit - sondern auch aus der nächsten Umgebung von Jan Ullrich.

ATHEN. "Der einzige, der ihm richtig gefährlich hätte werden können - David Millar - ist nicht da. Die anderen muss er schlagen: Ich rechne mit Gold", sagte Ullrichs Betreuer Rudy Pevenage, der die Spiele zu Hause am Fernseher in Geraardsbergen verfolgt und mit dem T-Mobile-Kapitän in Telefon-Kontakt steht. Der schottische Zeitfahr-Weltmeister von 2003 war der Polizei vor der Tour de France ins Netz gegangen, hatte Doping gestanden, wurde für zwei Jahre gesperrt und verlor den Titel.

Der Erwartungs-Druck, noch dazu nach dem enttäuschenden 19. Platz im Straßenrennen am vergangenen Samstag, ist enorm. Die erste Inspektion der Strecke am Meer - ein eher seichtes Auf und Ab auf einer breiten Küstenstraße - fiel zur Zufriedenheit des Silbermedaillen-Gewinners von Sydney im Zeitfahren aus. "Ein guter Roller-Kurs, der mir liegen müsste. Der Wind wird eine große Rolle spielen." Eigene Ambitionen ("Ich mache mir große Hoffnungen") gibt der 30-Jährige kaum preis. Offensiven Optimismus überlässt Ullrich, dessen Beine bis aufs letzte Gramm austrainiert wirken, anderen.

Der Kampf gegen die Uhr am noblen Badestrand der Athener könnte zu einem deutschen Duell werden. Denn der zweifache Zeitfahr-Vize- Weltmeister Michael Rich vom nationalen T-Mobile-Konkurrenten Gerolsteiner kann sich wie Ex-Weltmeister Sergej Gontschar (Ukraine), Tour-Prolog-Sieger Fabian Cancellara (Schweiz), Laszlo Bodrogi (Ungarn), Michael Rogers (Australien), Titelverteidiger Wjatscheslaw Jekimow (Russland) und der Überraschungs-Zweite vom Samstag, Sergio Paulhino (Portugal), berechtigte Medaillen-Hoffnungen machen. "Das ist mein Kurs", sagte Rich, der von Millars Strafen profitiert. Als WM-Vierter wurde der 34-jährige "Bulle von Emmendingen" nachträglich zum Bronzemedaillen-Gewinner erklärt. Die Plakette kommt, "aber es kann noch etwas dauern", meinte Enrico Carpani, der Sprecher des Weltverbande UCI.

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