Auch Ministerpräsident Platzeck stolz
Potsdam steht nach „Gold-Böny“ großem Wurf Kopf

Jubel, Tränen und knallende Sektkorken: Die neue Judo-Olympiasiegerin Yvonne Bönisch hat mit ihrem Erfolg in Athen in ihrer Heimatstadt einen kollektiven Freudentaumel ausgelöst.

HB POTSDAM. Die Potsdamer Judoka vom Universitäts-Judo und Kampfsportclub (UJKC) Potsdam liegen sich in den Armen, der Jubel über den Gold-Gewinn ihrer "Böny" ist am Montag um 17.08 Uhr schier grenzenlos. "Sie ist hier im Verein aufgewachsen, noch vor ein paar Tagen hat sie hier trainiert, und nun ist sie die erste deutsche Olympiasiegerin im Judo - unfassbar", schreit der Vereinsvorsitzende Volkmar Schöneburg heraus. "Wir sind stolz und umarmen dich", ruft eine Vereinskameradin unter tosendem Beifall der ersten deutschen Olympiasiegerin in Athen via Fernsehen zu.

Mit ihrem Athen-Triumph hat die 23-Jährige ihren Karrierehöhepunkt erreicht. Seit ihrem sechsten Lebensjahr hat sie sich dem Kampfsport verschrieben. Im vergangenen Jahr verpasste Bönisch nur knapp den Weltmeistertitel, damals auch gegen ihre heutige Finalgegnerin Kye Sun-Hui aus Nordkorea. Diesmal hat es gereicht. Ganz Brandenburg feiert "seine Yvonne". Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) gratuliert sofort. "Dass ausgerechnet eine Potsdamerin die lang ersehnte erste Goldmedaille für Deutschland holt, macht uns stolz. Mit Ihrem Erfolg haben Sie ein weiteres Mal bewiesen, aus welchem Holz märkische Spitzensportler sind."

Den ganzen Tag hat der Club vor dem Fernseher mitgefiebert. "An Training war nach den ersten Siegen nicht mehr zu denken", sagt Schöneburg. Mit jedem Rundensieg stieg der Glaube an Gold in Potsdam. "Wir sind immer mehr geworden, und als Vizeweltmeisterin war sie eine der Top-Favoriten. Aber das es geklappt hat, ist einfach Wahnsinn", sagt der Vereinschef.

Vater des Erfolgs ist Trainer Axel Kirchner. "Er hat sie auf den Punkt topfit gemacht und sie hat ihre Explosivität im Kampf fantastisch umgesetzt." Am Telefon erhält Kirchner die Glückwünsche aus Potsdam und lobt vor allem die taktische Disziplin, die schließlich "Böny" zur "Gold-Böny" gemacht hat. "Sie hatte mit der Koreanerin noch eine Rechnung offen und hat all ihr Können und ihre Zielstrebigkeit umgesetzt", sagt der Trainer dem Vereinschef ganz nüchtern aber grenzenlos glücklich.

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