Auch Olympia-Start kaum mehr denkbar
Millar von der Tour ausgeschlossen

Zeitfahr-Weltmeister David Millar ist von der am Samstag beginnenden Tour de France (3. bis 25. Juli) ausgeschlossen worden. Die Organisatoren folgten damit ihrer Ankündigung, Fahrer, gegen die Doping-Ermittlungen laufen, nicht zuzulassen. Millar soll französischen Ermittlern gestanden haben, das Blutdopingmittel EPO genommen zu haben.

HB PARIS. Der Cofidis-Rennstall, für den der 27-jährige Brite fährt, hat den Ausschluss bereits akzeptiert. Das französische Team hatte erklärt, bei einer Bestätigung des Dopingfalls selbst entsprechende Maßnahmen gegen den eigenen Fahrer zu ergreifen. Millar war am vergangenen Dienstag von der französischen Polizei beim Abendessen in einem Restaurant festgenommen und in den folgenden 48 Stunden mehrfach verhört worden. In seiner Wohnung in Biarritz hatten die Ermittler leere EPO-Ampullen gefunden.

Nach einem Bericht der französischen Sportzeitung "l'Equipe" vom Freitag hat der 27-jährige Schotte, der bei der vergangenen Tour das letzte Zeitfahren gewonnen hatte und dabei Lance Armstrong und Jan Ullrich schlug, vor der Polizei das EPO-Doping zugegeben. Das käme nach den Statuten des Welt-Radsport-Verbandes UCI einem positiven Doping-Befund gleich, der eine Sperre nach sich zöge. Damit dürfte auch Millars Olympia-Start in Athen unmöglich sein.

Gegen das französische Team, das die Tour-Berechtigung in der Tasche hat, wird seit Februar wegen organisierten Dopings ermittelt. Um die Vorwürfe zu klären, hatte sich die Mannschaft im April einen dreiwöchigen Wettkampf-Stopp auferlegt. Acht Personen, die mit Cofidis in Verbindung stehen oder standen, wurden bisher unter Anklage gestellt.

Die Tour-Organisation hat bisher auf Sanktionen gegen die Mannschaft verzichtet. In einem ähnlichen Fall war das spanische Kelme-Team nach Doping-Anklagen des Ex-Angestellten Jésus Manzano von der Tour suspendiert worden. Im Rahmen der Cofidis-Ermittlungen hatte der geständige Profi Philippe Gaumont seinen Team-Kollegen Millar, der in seiner Tour-Karriere drei Etappen gewann, schon im April unter massiven Doping-Verdacht gestellt.

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