Auch Ratingagentur reagiert
Herabstufungswelle nach Daimler-Gewinnwarnung

Die überraschende Prognosesenkung von Daimler-Chrysler hat die Skepsis von Analysten in Bezug auf die Gewinnaussichten der Branche auf dem heiß umkämpften US-Automarkt verschärft. Mehrere Institute stuften die Aktien von Daimler am Mittwoch herunter, zudem senkten die Analysten im gleichen Atemzug die Gewinnerwartungen für die Konkurrenten Ford und GM. Die Aktien der deutschen und US-amerikanischen Autobauer reagierten teilweise mit kräftigen Verlusten.

Reuters FRANKFURT. "Der mörderische Wettbewerb in den USA hinterlässt seine Spuren", sagte ein Händler. Der Analyst Michael Raab von Sal. Oppenheim kommentierte die die Auswirkungen des Preiskampfs mit den Worten: "Es besteht die Sorge, dass die anhaltenden Preisinitiativen die eingeleiteten Kostensparmaßnahmen auf Dauer aufzehren. Das sollte die deutschen Hersteller zwar weniger treffen als die amerikanischen Massenanbieter, aber die Börse differenziert hier nicht." In den USA kämpfen viele Autohersteller mit Rabatten und niedrigen Finanzierungskosten um die Verbraucher, was wiederum die Gewinne schmälert.

Daimler hatte angekündigt, bei der US-Tochter Chrysler wegen erheblicher Kaufanreize und zinslosen Krediten für die Kunden im zweiten Quartal einen Verlust von rund einer Milliarde Euro zu erwarten. Zudem rechnet der Stuttgarter Autobauer 2003 nur noch mit einem operativen Gewinn von rund fünf Mrd. ?. Zuvor hatte der Konzern noch ein operatives Ergebnis über dem Vorjahreswert von 5,8 Mrd. ? in Aussicht gestellt. "Ich war zwar schon vorher etwas skeptisch, was die Prognose anging. Aber das kam jetzt doch überraschend", kommentierte der Analyst Michael Punzet von der Landesbank Rheinland-Pfalz.

JP Morgan, BNP Paribas, Smith Barney und Dresdner Kleinwort Wasserstein stuften auf Grund der Prognosesenkung die Aktien von Daimler-Chrysler herunter und senkten ihre Gewinnerwartungen Morgan Stanley, Credit Suisse First Boston (CSFB) und Commerzbank nahmen ebenfalls ihre Gewinnvorhersagen für den Konzern zurück. Die schlechten Nachrichten von Daimler trafen auch die Konkurrenten Ford und General Motors (GM). Morgan Stanley setzte als Folge ihre Gewinnvorhersagen für die beiden US-Autobauer herab.

"Die gestrige Nachricht bestätigt unsere Underperform-Bewertung für Daimler-Chrysler", teilte Merck Finck in einer Kurzstudie mit. "Wir glauben, dass Chrysler weiter unter dem schwierigen US-Automarkt und die Nutzfahrzeugsparte unter dem schwierigen LKW-Markt leiden wird." Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte am Vorabend ihren Ratingausblick für Daimler auf "Negativ" von "Stabil" gesenkt. Derzeit bewertet S&P Daimler-Chrysler mit "BBB+", das sind drei Stufen (Notches) über Ramsch-Status.

Die Aktien von Daimler-Chrysler lagen den ganzen Mittwoch über an der Spitze der Dax-Verlierer. Auch die Anleihen des Autobauers reagierten mit kräftigen Verlusten auf die Prognose-Senkung. Die Anteilsscheine der übrigen deutschen Autobauer verbilligten sich ebenfalls deutlich. Die Papiere der US-Konkurrenten GM und Ford gaben ebenfalls nach.

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