Auch Sauren Financial Group bietet jetzt Ratings an: Schulnoten für den Fondsmanager

Auch Sauren Financial Group bietet jetzt Ratings an
Schulnoten für den Fondsmanager

Über 5 000 Investmentfonds werden mittlerweile in Deutschland angeboten. Orientierung tut not. Jetzt steigt die sechste Gesellschaft in das Geschäft mit so genannten Fonds-Ratings ein.

FRANKFURT/M. Das Stiftung-Warentest-Prinzip etabliert sich auch bei Investmentfonds. Ähnlich will Eckhard Sauren dem Anleger die Unterscheidung zwischen "guten" und "schlechten" Produkten erleichtern. Der umtriebige Chef der 15 Leute beschäftigenden Sauren Financial Group, Köln, stellt jetzt seine ersten Ratings vor. Er verfolgt einen ungewöhnlichen Ansatz: Nicht einzelne Investmentfonds bekommen Schulnoten, sondern der zuständige Fondsmanager.

Mit der Sauren-Offensive steigt die Zahl der Ratinganbieter in Deutschland auf sechs. Im Geschäft sind die internationalen Häuser Standard & Poor?s (S & P) und Morningstar sowie Feri Trust als großer nationaler Anbieter. Darüber waren als kleinere heimische Gesellschaften bisher die Fondsresearchfirmen FondsConsult und Südprojekt vertreten - jetzt auch Sauren.Vergeben werden die Noten meist an Aktien- und Rentenfonds. Es gibt zwei Konzepte. S & P verlässt sich bei einem seiner Ratingmodelle vorwiegend auf subjektive Einschätzungen - Sauren ausschließlich ("qualitativer Ansatz"). Feri und Morningstar vertrauen auf Datenbankauswertungen der historischen Anteilpreisentwicklungen ("quantitativ").

Sauren, gerade 30 Jahre alt und schon zehn Jahre im Anlagegeschäft, ist als Manager dreier Dachfonds aktiv - durchaus erfolgreich - und betreut hier über 150 Mill. ?. Jetzt sieht er sich als Pionier: "Es ist das erste Rating, das den Fondsmanager bewertet und das Fondsvolumen mit berücksichtigt." Inzwischen habe er Noten an 14 Verwalter vergeben (Tabelle). Es handele sich um Manager europäischer Aktienfonds. "Langfristig wird es auf rund 50 Ratings hinaus laufen, auch in anderen Anlageausrichtungen", meint Sauren. Eine größere Anzahl sei auch nicht erforderlich: "Damit kommt man schon sehr weit, das zeigen unsere Erfolge im Dachfondsmanagement; dafür müssen wir ja die besten Manager mit ihren Produkten identifizieren."

Grundlage der Bewertungen seien mehrstündige Interwievs mit den Managern. Dabei spielten unter anderem die Erfahrung, die Anlageerfolge während der gesamten Berufszeit und das Fondsvermögen eine wichtige Rolle. "Je geringer das Volumen, um so größer die Flexibilität in der Anlagepolitik", ergänzt Sauren zum letzten Punkt. Die Noten werden in Form von "Goldmedaillen" vergeben. Drei Medaillen sind die Bestnote. Auch eine einzelne Medaille ist noch eine gute Bewertung. In allen Fällen ist die Note mit der Erwartung einer überdurchschnittlichen zukünftigen Wertentwicklung verbunden.

Die bisherigen Ratinganbieter sind durchaus unterschiedlicher Meinung über die weitere Entwicklung des Bewertungsmarktes in Deutschland. "Vielleicht ist noch Platz für mehr Anbieter; eine Konzentration muss es nicht zwingend geben", meint James Tew, Leiter des Bereiches Fonds-Rating bei S & P Investment Services, London. Anne Connelly, Geschäftsführerin Morningstar Deutschland, ist anderer Ansicht: "Ein qualitatives Konzept wird sich auf längere Sicht durchsetzen, bei den quantitativen Modellen könnten es auch zwei sein." Ähnlich denkt Feri-Trust-Geschäftsführer Min Sun: "Langfristig rechne ich mit einer Konzentration auf bis zu vier Anbieter."

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