Auch Schar von Journalisten soll mitkommen
Irak reagiert auf Vorwürfe Blairs

Der Irak hat mit der Aufforderung, die Vorwürfe gegen Bagdad zu belegen, auf die jüngsten britischen Erklärungen reagiert, der Irak produziere trotz Verbots weiterhin Massenvernichtungswaffen.

Reuters BAGDAD. Die amtliche Nachrichtenagentur INA zitierte einen Regierungssprecher in Bagdad, der britische Premierminister Tony Blair lasse im Schlepptau der USA des öfteren bösartige und feindselige Erklärungen vom Stapel, ohne sich darum zu kümmern, ob diese präzise und korrekt seien. Wer auch immer behaupte, der Irak produziere und horte Massenvernichtungswaffen, der sollte auch angeben können, wo dies geschehe, sagte der Sprecher.

Der Irak sei bereit, ein britisches Inspektoren-Team ins Land zu lassen, sobald offiziell mitgeteilt werde, wo sich die angeblichen Massenvernichtungswaffen befänden. Allerdings müsse ein solches Team von einer Schar Journalisten begleitet werden, damit die Fakten nicht verunstaltet würden, fügte der von der Agentur in Bagdad zitierte Sprecher hinzu.

Blair hatte über einen Sprecher in London erklären lassen, der irakische Präsident Saddam Hussein lasse weiterhin im Irak Massenvernichtungswaffen produzieren. Der amerikanische Präsident George W. Bush hatte den Irak unter diesem Vorwurf zusammen mit Iran und Nordkorea als "Achse des Bösen" bezeichnet. Seit längerem drohen die USA mehr oder weniger unverhüllt mit einem neuen Militärschlag gegen den Irak. Ein Sprecher Blairs sagte in London, zwar sei noch keine Entscheidung gefallen, aber auf die Bedrohung zu reagieren sei im Zuge der seit dem Afghanistan-Krieg laufenden Bekämpfung des internationalen Terrorismus' der logische Folgeschritt.

Vor dem Ausschuss für Auswärtige Beziehungen in den USA teilte der für Kriegsverbrechen zuständige Diplomat Pierre- Richard Prosper mit, zwei Assistenten arbeiteten ihm bereits mit der Sammlung von Beweismitteln für einen eventuellen späteren Kriegsverbrecher-Prozess gegen Iraks Präsidenten zu.

Das US-Außenministerium teilte mit, es bereite eine Konferenz irakischer Dissidenten vor, nachdem in den vergangenen Tagen bereits die Rede war von einer Einladung an 200 ehemalige irakische Offiziere. Mit Hilfe dieser Bündnisgenossen wollen die USA zu einem Umsturz im Irak einen Beitrag leisten.

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