Auch schlanke Frauen zieht es in den Club - aus Eitelkeit
„Pfundige“ Ferien in Mexikos erstem Strandclub für Dicke

Übergewichtige haben es im Badeurlaub nichtleicht. In Mexiko sollen sie sich jetzt ungestört erholen. An der Karibikküste hat mit dem "Freedom Paradise" der nach eigenen Angaben erste Strandclub speziell für Dicke aufgemacht.

HB/dpa MEXIKO-STADT. Am Strand oder am Büfett sehen sie sich hämischen Blicken weniger beleibter Mitreisender ausgesetzt, und die Plastikstühle oder Liegen am Pool sind oft einfach zu klein für sie. Das ist jetzt vorbei: In der Vier-Sterne-Anlage mit All-Inclusive-Angebot ist alles eine Nummer größer: die Zimmer, die Betten, die Bäder und die Türen. Statt wackeliger Plastikstühle und-liegen gibt es Strandmobiliar aus massivem Holz. Stühle haben grundsätzlich keine beengenden Armlehnen, und die vier Swimmingpools haben alle Treppen statt Leitern.

Es gibt fünf Restaurants, in denen man sich so richtig satt essen, oder, ganz nach Wunsch, auch auf Diätspeisen zurückgreifen kann. Das Hotel liegt an der Riviera Maya, dem Küstenabschnitt im Osten der Halbinsel Yucatan, der für seinen weißen Sand und das türkisfarbene Wasser bekannt ist.

Der Marketing-Direktor des Hotels, der Niederländer Juriaan Klink (28) hatte vor der Eröffnung zusammen mit seinem mexikanischen Geschäftspartner, Hoteldirektor Julio Cesar Rincon (51), den Reisemarkt studiert - und eine Marktlücke entdeckt. "In der ganzen Welt sieht man, wie die Bevölkerung immer schwerer wird und die Produkte immer kleiner. Das kann nicht sein", sagt Klink.

Rund 40 Prozent der Europäer und mehr als 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung der USA litten unter Übergewicht. Doch in Bussen, Kinos oder Flugzeugen seien die Sitze über die Jahre eher kleiner als größer geworden, sagt der gertenschlanke Holländer.

Auf seiner Internet-Seite bezeichnet sich "Freedom Paradise" als "der erste und einzige Größen-freundliche Urlaubsclub der Welt". Nach Aussage Klinks wurden in den Umbau von zwei leer stehenden Hotelbauten, die für das Projekt zusammengelegt wurden, rund 2 Millionen US-Dollar (1,75 Millionen Euro) investiert. "Hier sind alle willkommen. Wir sagen: Verschieben Sie doch nicht Ihren Urlaub, bis sie 15 Kilo abgenommen haben, sondern genießen Sie ihn jetzt", erklärt Klink. Auch das Personal der Clubs sei speziell für die Bedürfnisse der "Vollschlanken" geschult. Dem grassierenden Schlankheitswahn setzt der Manager das Konzept des Sich-Wohl-Fühlens entgegen.

Laut Klink sollen dem nahe der Maya-Ruinen von Tulum gelegenen "Freedom Paradise" weitere Häuser dieser Art in- und außerhalb Mexikos folgen. Man wolle auch mit den Fluggesellschaften reden, damit diese Sitze für beleibte Passagiere anböten. Wer beim Strandurlaub abspecken wolle, dem wiesen grüne Ampeln am Büfett den Weg zu kalorienarmen Angeboten. "Wir konzentrieren uns aber nicht speziell auf Diät, jeder kann essen was er will", erläutert der Manager. Im übrigen stehe das Hotel allen Gewichtsklassen offen: "Es kommen auch Frauen, die gar nicht übergewichtig sind aber eitel, und die sich hier freier und wohler fühlen."

Intenet: www.freedomparadise.com

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