Auch Schmalband-Flatrate wird billiger
AOL-Flatrate unterbietet T-Online-Tarif

Der Online-Dienst AOL wird ab August einen erheblich billigeren DSL-Internetzugang anbieten als der Marktführer T-Online. Auch andere Wettbewerber wie NGI und Tiscali stehen in den Startlöchern.

FRANKFURT/M. Ab August wird der Online-Dienst AOL deutschlandweit eine DSL-Hochgeschwindigkeitszugang zum Internet mit unbegrenzter Nutzung für 39,90 DM im Monat anbieten. Damit unterbietet die Tochter des amerikanischen Online-Riesen America Online das Angebot des Marktführers T-Online um knapp 20 %. Mit dem AOL-Tarif dürfte auf dem wettbewerbsintensiven Markt für Internet-Zugänge in Deutschland nun auch ein Preiskrieg im Segment der Hochgeschwindigkeitsverbindungen entbrennen.

AOL - Intraday-Chart

Denn neben T-Online und AOL stehen mit dem italienischen Internetanbieter Tiscali sowie der Mobilcom-Tochter Freenet und einer Reihe lokaler Zugangsanbieter weitere Konkurrenten in den Startlöchern. Bereits auf dem Markt sind Zugangsanbieter wie NGI, der in mittlerweile 47 Städten in Deutschland einen DSL-Internetzugang zu einem Preis ab 99 DM anbietet.

"Preistests und die Erfahrungen in anderen Ländern haben gezeigt, dass der AOL-Tarif ein Preis ist, der von der Masse der Kunden angenommen wird, um das Internet als Massenmedium zu nutzen", sagte AOL-Deutschland-Chef Uwe Heddendorp. Man hoffe mit diesem "sehr wettbewerbsfähigen Preis" eine möglichst große Zahl von Kunden gewinnen zu können. Konkrete Zahlen nannte Heddendorp allerdings nicht.

Telekom bleibt bei Zielvorgabe für DSL-Anschlüsse

Die Zahl der bei der Deutschen Telekom vermarkteten DSL-Anschlüsse liegt nach Schätzungen aus Branchenkreise derzeit bei rund einer Million. Laut Aussage der Telekom beläuft sich die Zahl der installierten Anschlüsse auf derzeit 600 000. "Bis Jahresende bleibt die Telekom bei dem Ziel, rund zwei Millionen DSL-Anschlüsse installiert zu haben", sagte ein Telekom-Sprecher. Die Telekom-Tochter T-Online hatte zum Ende des ersten Quartals eine Kundenzahl von rund 190 000 DSL-Flatrate-Kunden gemeldet, die den Pauschaltarif zum Preis von 49 DM pro Monat nutzen.

Ebenfalls zum Preis von 39,90 wird AOL im Bereich der schmalbandigen Internetnutzung über ISDN oder Modem einen Zugang mit zeitlich unbegrenzter Nutzungsdauer (Flatrate) anbieten. Allerdings wird AOL über diesen Tarif nur 1000 Kunden pro Woche ins Netz lassen. Allen Kunden, die bisher das identische Flatrate-Angebot zum Preis von 79,90 genutzt haben, wird zum Ende der Vertragslaufzeit von maximal 12 Monaten gekündigt. Unter den bisherigen Flatrate-Kunden und Interessenten soll dann die günstigere Flatrate wöchentlich nach einem Zufallsprinzip verteilt werden. "Wir werden dieses Angebot allen Kunden anbieten können, sobald die Deutsche Telekom eine faire Großhandelspauschale anbietet", begründete Heddendorp den Schritt. Die Telekom verlangt von Wiederverkäufern wie AOL für 30 Zugänge einen Pauschalpreis von 4 800 DM pro Monat.

Über diesen Preis schwelt zwischen der Telekom und den Internetprovidern seit längerem ein Streit. Ein Sprecher der Telekom hatte kürzlich angekündigt, dass das Unternehmen keine Preissenkung bei der Großhandelsflatrate in Betracht zieht. Das Angebot sei bis zur endgültigen gerichtlichen Klärung des Streits ohnehin freiwillig.

AOL arbeitet an Lösung für Komplettanschluss

Bei den breitbandigen DSL-Anschlüssen wird AOL dagegen so viele Anschlüsse vermarkten wie möglich - zumindest theoretisch. Einziger Haken aus Sicht der Anbieter: Der DSL-Anschluss und die Technologie muss bei der Deutschen Telekom beantragt werden. Erst wenn ein DSL-Anschluss vorhanden ist, kann der Internet-Nutzer sich bei AOL anmelden.

Ursprünglich wollte AOL komplette DSL-Zugänge samt Anschluss verkaufen. Doch offensichtlich kam es über Details des Vertrags zwischen AOL und der Deutschen Telekom zu Differenzen. Aus AOL-Unternehmenskreisen verlautete, dass derzeit an einer Lösung für die komplette Vermarktung der Anschlüsse gearbeitet werde.

Ab August will AOL im deutschsprachigen Online-Angebot mit eigenen Breitband-Inhalten in Form von Musik, Videos und Filmausschnitten starten. Dazu will man auf die Inhalte der Mutter, des weltgrößten Medienkonzerns AOL Time Warner Inc. zurückgreifen. Ein eigenständiges Breitbandportal ist aber nach Aussage eines AOL-Sprechers nicht geplant.

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