Auch Sorgen um eine weitere Abschwächung der US-Konjunktur lassen die Kurse sinken
Nokia belastet die europäischen Börsen

Die schwachen Verkaufszahlen von Nokia und Sorgen um eine weitere Abschwächung der US-Konjunktur lassen die europäischen Börsen leichter tendieren.

Die europäischen Börsen am Dienstag zum Teil deutlich schwächer tendiert. Händler begründeten dies mit unter anderem mit den am Mittag veröffentlichten Absatzzahlen des finnischen Handy-Herstellers Nokia . Trotz eines starken Wachstums hatten sich die Analysten enttäuscht gezeigt, worauf die Aktie in Helsinki um bis zu 17 Prozent einbrach. Die Verluste des Branchenführers führten Händlern zufolge auch zu einem nachgeben des Nasdaq-Futures. Hoffnung gehe aber davon aus, dass sich die Wall Street im späten Geschäft am Montag kräftig erholt hatte. Augenblicklich sei allerdings noch nicht klar, ob sich diese Aufwärtsbewegung fortsetzen werde. Unter Druck standen am Dienstag auch die Finanztitel, die von den Aussichten auf eine sich abschwächende US-Konjunktur und deren Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft belastet wurden.

Der Stoxx-50-Index der größten Unternehmen der EU und der Schweiz verlor bis gegen 14.55 Uhr 1,27 Prozent auf 4 415,44 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus den Staaten der Europäischen Währungsunion (EWU) um 1,58 Prozent auf 4 637,04 Punkte nachgab.

London: Finanz- und Öl-Werte leichter

An der Londoner Börse standen neben den Telekom-Werten die Finanz- und Öl-Titel unter Druck. Der FTSE gab um 0,8 Prozent auf 6 100,2 Punkte nach. Während die Telefongesellschaften unter den Nokia-Zahlen litten, wurden die Finanz- und Öl-Unternehmen von der sich abschwächenden US-Konjunktur belastet, sagten Händler. Die Anleger rechneten mit weiteren Gewinnwarnungen in Amerika. Vodafone verloren 2,2 Prozent auf 233-1/4 Pence, Lloyds TSB 0,81 Prozent auf 737 Pence und BP Amoco 1,66 Prozent auf 534-1/2 Pence.

Zürich: Anleger üben Zurückhaltung

Die Anleger an der Schweizer Börse haben sich nach Aussage von Marktteilnehmern stark zurückgehalten. Die Stimmung werde von Vorsicht geprägt, da nicht klar sei, ob die US-Börsen ihre im späten Geschäft am Mittwoch begonnene Erholung fortsetzen werden. Der SMI tendierte gegen Mittag 0,34 Prozent niedriger bei 7 959,10 Zählern. Unter Druck standen vor allem Banken wie beispielsweise UBS , die unter einer Herabstufung litten und sich um 1,94 Prozent auf 277,50 sfr verbilligten. Die Technologiewerte konnten sich unterdessen teilweise erholen. Börsianer verwiesen auf das ermutigende Ergebnis von Amazon und eine Kaufempfehlung für die Branche. Distefora zogen um 9,86 Prozent auf 197,75 sfr an.

Paris: Einzelhändler und Club Med unter Druck

In Paris wurde die Börse unter anderem von Verlusten der Einzelhandelskonzerne und Club Mediterranee belastet, berichteten Händler. Der CAC40 verlor 1,22 Prozent auf 5 663,02 Punkte. Vom Technologiesektor hielten sich die Anleger vollständig fern, hieß es. Club Med rutschten nach der Veröffentlichung ihres Ergebnisses für das Geschäftsjahr 1999/2000 um 8,49 Prozent auf 97 Euro ab. Carrefour verbilligten sich nach enttäuschenden Dezember-Umsatzzahlen um 4,15 Prozent auf 62,35 Euro.

Mailand: Mib30 folgt europäischem Trend

Die italienischen Aktienwerte sind am Dienstag den europäischen Börsen in negatives Territorium gefolgt. Der Mib30 lag zuletzt 0,37 Prozent niedriger bei 42 595 Punkten. Ausgewählte Titel konnten sich unterdessen dem allgemeinen Trend entziehen, berichteten Händler. Die angekündigte Übernahme von Liberty Surf wurde nach Aussagen von Branchenbeobachtern positiv vom Markt aufgenommen und bescherte Tiscali einen Zuwachs von 5,3 Prozent auf 14,10 Euro. Seat stiegen nach heftigen Vortagesverlusten um 2,22 Prozent auf 1,89 Euro.

Madrid: Endesa und Iberdrola freundlich

An der Börse von Madrid standen vor allem die Banken unter Druck. Die Sorgen um die Entwicklung der US-Konjunktur belasteten den Markt, sagten Händler. Der Ibex büßte 0,75 Prozent auf 9 661,2 Zähler ein. Banco Santander Central Hispanico (BSCH) rutschten um 2,65 Prozent auf 11,75 Euro ab. Telefonica drehten nach einem freundlichen Start ins Minus und verloren 0,69 Prozent auf 18,65 Euro. Zuvor hatte der Börsenriese Gerüchte um eine bevorstehende Fusion ihrer Tochter TPI mit Terra Lycos dementiert. TPI gewannen 1,63 Prozent auf 6,23 Euro und Terra stiegen um 0,31 Prozent auf 12,96 Euro.

Amsterdam: Gegen den europäischen Trend behauptet

Die niederländischen Aktienwerte tendierten am Dienstag gegen den europäischen Trend behauptet. Der AEX gewann 0,11 Prozent auf 631,82 Punkte. Händler begründeten diese Entwicklung mit der Erholung einiger Schwergewichte. Aegon legten nach vorangegangenen Verlusten 2,36 Prozent auf 40,85 Euro zu. ASM Lithography gewannen 2,53 Prozent auf 25,89 Euro. Philips konnten ihre anfänglichen Gewinne nicht halten und tendierten gegen Mittag 0,49 Prozent im Plus bei 41,20 Euro.

Wien: Bei geringen Umsätzen kaum verändert

Die österreichischen Aktienwerte tendierten bei geringen Umsätzen wenig unverändert. Der ATX lag am Mittag 0,18 Prozent im Minus bei 1 076,63 Zählern. Gestützt werde der Markt unter anderem von Wienerberger , die 1,43 Prozent auf 19,85 Euro zulegten. Telekom Austria konnten sich dem Branchensog entziehen und blieben fast unverändert bei 6,50 Euro. Libro unterbrachen ihre Talfahrt am Vormittag nur kurzzeitig und verloren 6,07 Prozent auf 13,15 Euro.

Brüssel: Schwergewichte uneinheitlich

In Brüssel hat die Börse angesichts einer uneinheitlichen Tendenz der Schwergewichte gut behauptet tendiert. Der Bel20 gewann 0,32 Prozent auf 3004,77 Punkte. Es fehlten klare Richtungsvorgaben, sagten Händler. Dexia legten nach ihren Verlusten vom Montag 2,54 Prozent auf 185,90 Euro zu. Fortis hingegen verloren 0,2 Prozent auf 35,27 Euro.

Stockholm: OMX im Sog von Nokia

Die Stockholmer Börse stand Händlern zufolge am Dienstag allein unter dem Eindruck des Kurseinbruchs von Nokia. Die gegen Mittag veröffentlichten Absatzzahlen haben eine Verkaufswelle ausgelöst, berichteten Marktteilnehmer. Die Aktie verlor nach einem freundlichen Start 12,97 Prozent auf 349 skr. Der OMX büßte 2,82 Prozent auf 1 036,02 Zähler ein. Das Schwergewicht href="http://www.Ericsson.com" target="_blank"> Ericsson rutschte im Nokia-Sog um 5,26 Prozent auf 99 skr ab.

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